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flohen und sah ängstlich aus dem Zaune. „Kommt," rief die Mutternach einer Weile; „sonst werden die Eier kalt. — Und wenn ihrwieder hingeht, so seht den Vogel nicht so scharf an; der kleineSchelm fürchtet sich vor euren großen Augen." So wurden dieEier geschont und erhalten.
Als nun die Jungen ausgekrochen waren und darinnen lagen,so nackt und klein, und so hungrig die gelben Schnäbel aufsperr-ten, da standen die Kinder wieder dort und die Mutter mit undsagte: „So arme, kleine Dinger wäret ihr auch, und so ein Nesthaben wir euch auch gebaut und haben euch zugedeckt in der Wiegeund euch warm gehalten in Pfühl und Kissen und haben euch wasin den Mund gegeben, und der Vater ist ausgegangen und hat dasBrot heimgebracht, und wenn's regnete, und wenn's finster undkalt draußen wurde, da haben wir euch mit in unser Bett ge-nommen, husch, husch! — Kinder, tut mir den kleinen Dingernnichts!" — Das war die Mutterpredigt am Grasmückenneste,nicht eben lang, aber etlichemal bei derselben Gelegenheit wieder-holt, und das Nest ward erhalten, und die fünf Jungen sind ge-stern ausgeflogen. (Oldenburg« Volksbote.)
32. Washington als Jüngling.
Der Nordamerikaner Washington hatte sich entschlossen, See-mann zu werden. Das Schiff, auf welchem er angestellt werdensollte, ankerte dem Hause seiner Eltern gegenüber. Ein kleinesBoot lag am Ufer, um ihn abzuholen, und sein Koffer war be-reits hingesandt. Nur seiner Mutter wollte er noch lebewohl sagen.Da sah er viele große Tränen an ihren Wangen Herabrinnen, undobwohl sie ihm kein bestimmtes Verbot gegeben hatte, so fühlteer doch in diesem Augenblicke, daß sie nach der Trennung vonihm vielleicht nie mehr froh werden würde. Rasch entschlossenwandte er sich um und rief einem Knechte: „Geh hin, hole meinenKoffer zurück! Ich will nicht weggehen und meiner Mutter Herzbrechen." — Die Mutter sah ihn lange an und sagte dann: „Georg,Gott hat verheißen, die Kinder zu segnen, die ihre Eltern ehren;