36
Da riefen ihm die Frauen noch zu: „Komm auch wiederzu uns; gelt, du kommst wieder?“ Und Eveli versprach esgern, daß es wieder kommen wolle. Ein solches Glück, wiees jetzt sein Herz erfüllte, hatte Eveli noch gar nie em-pfunden. Alle die leidenden Frauen wünschten, daß eswieder zu ihnen komme, und es konnte ihnen alle Tageetwas bringen, das ihnen Freude machte. Die Schwesterging mit Eveli über den Gang und öffnete wieder eine Tür.Wieder trat es in einen großen Saal, der voller Betten stand;da lagen junge Männer mit abgezehrten Gesichtern undwieder ganz alte mit grauen Bärten und schneeweißem Haar.
Eveli stand einen Augenblick still an der Tür, aber darief gleich einer: „Komm du nur heran, du mußt dich nichtfürchten. Gibst du mir auch eine von den Blumen?“
Und nun ertönten so viel Stimmen, noch verlangenderals bei den Frauen. Da rief einer: „0 die Kornblumen, okönnte ich doch die Kornfelder sehen! Gib mir auch einevon den blauen!“ Und so mancher von ihnen rief und batund dankte dem Eveli so herzlich, wenn es ihm die zweiBlumen aufs Bett legte, wie es bei den Frauen getan hatte.Ganz hinten in der Ecke lag noch einer, vor dem fürchtetesich Eveli ein wenig; sein Bart und sein Haar sahen soverwildert aus. Er hatte sich in seinem Bette aufgerichtetund schaute mit so scharfen Blicken nach den Blumen, daßEveli sich noch mehr fürchtete, und dachte, dem sei es viel-leicht doch im Wege. Es blieb stehen und überlegte, ob esumkehren solle.
„Komm nur, komm nur, ich tue dir nichts zuleide,“sagte der Kranke jetzt, indem er dem Kinde verlangend dieHand entgegenstreckte. „Zeige sie mir nur, wenn du sienicht gern geben willst, aber gib mir eine in die Hand.So, danke, du bist ein braves Kind. Wo hast du sie genommen?Am Berg, sagst du? Jetzt wird es bald reif sein, dasschöne Korn, und ich kann nicht hinaus. Ich kann nichtin meinen Acker; da bin ich an der Kette.“ Der Mann warf