Band 
Erster Teil.
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Und streckt die Glieder, schwimmt und ringt,

Wie Junker Karl getan;

Das stehet unsrer Jugend wohlUnd schützt den freien Mann.

7. Denn junggewohnt ist altgetan;

Das Däumchen muß man biegen;

Der alte Baum, der harte Stamm,

Der mag sich nimmer schmiegen.

Das lernt vorn alten Kaiser Karl:

Das Schreiben ward ihm schwer;

Denn was das Gänschen nicht gelernt,

Das lernt der Hans nicht mehr. (Gerok.)

108. Das Hirtmbiiblein.

Ein Hirtenbüblein war wegen seiner Fähigkeiten weit undbreit bekannt. Von ihm hörte auch eines Tages der Bischof undließ es zu sich kommen, um zu erfahren, ob dem also sei. DerKnabe erschien und sah, das Käpplein in der Hand, den Herrnfreundlich an. Da sagte der Bischof: „Ich habe gehört, du seiestein geschickter Knabe. Deswegen will ich dir zur Probe dreiFragen vorlegen, und wenn du sie gut beantwortest, so sollst dufür jede Antwort ein Goldstück erhalten." Das war dem Büb-lein recht.

Der Bischof fing das Examen an und sprach: „Zum erstensag' mir: Wie viele Sterne sind am Himmel?" Das Büblein ver-langte Tinte, Feder und Papier, und alsdann machte es auf dasPapier so viele Tüpflein, als es vermochte, zeigte hierauf dasPapier dem Bischof und sagte: „So viele Sterne sind's und nichtmehr." Der Bischof sprach: „Ja, wer kann denn diese Tüpfleinalle zählen?" Das Büblein antwortete: „Ei, der Sterne sind ebenauch unzählige!" Mit dieser Antwort war der Bischof zufrieden,und er gab ihm ein Goldstück.

Darauf fuhr er fort: „Zum zweiten sag' mir: Wie vieleTropfen sind im Meer?" Das Büblein nahm wieder Papier und