Band 
Erster Teil.
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128. Doktor Allwissend.

Es war einmal ein armer Bauer, genannt Krebs, derfuhr mit zwei Ochsen ein Fuder Holz in die Stadt und ver-kaufte es für zwei Taler an einen Doktor. Wie ihm nun dasGeld ausgezahlt wurde, saß der Doktor gerade zu Tisch.Da sah der Bauer, wie er schön aß und trank, und dasHerz ging ihm danach auf, und er wäre auch gern ein Doktorgewesen. Also blieb er noch ein Weilchen stehen und fragteendlich, oh er nicht auch könnte ein Doktor werden. „0ja,“ sagte der Doktor, „das ist bald geschehen.“ „Was mußich tun?“ fragte der Bauer. „Erstlich kauf dir ein Abcbuch,so eins, wo vorn ein Göckelhahn drin ist; zweitens mach’deinen Wagen und deine zwei Ochsen zu Geld und schaffdir damit Kleider an, und was sonst zur Doktorei gehört;drittens laß dir ein Schild malen mit den Worten: ,Ich binder Doktor Allwissend, 1 und laß das oben über deine Haustürnageln.“ Der Bauer tat alles, wie’s ihm geheißen war. Alser nun ein wenig gedoktert hatte, aber noch nicht viel,ward einem großen, reichen Herrn Geld gestohlen. Da wardihm von dem Doktor Allwissend gesagt, der in dem und demDorfe wohnte und auch wissen müßte, wo das Geld hinge-kommen wäre. Also ließ der Herr seinen Wagen anspannen,fuhr hinaus ins Dorf und fragte bei ihm an, ob er der DoktorAllwissend wäre. „Ja,“ der wär' er. So sollte er mitgehenund das gestohlene Geld wieder schaffen! „0 ja,“ aber die Grete,seine Frau, müßte auch mit! Der Herr war das zufrieden undließ sie beide in den Wagen sitzen, und sie fuhren zusammenfort. Als sie auf den adeligen Hof kamen, war der Tischgedeckt, da sollt’ er erst mitessen. Ja, aber seine Frau,die Grete, auch, sagte er und setzte sich mit ihr hinter denTisch. Wie nun der erste Bediente mit einer Schüssel schönemEssen kam, stieß der Bauer seine Frau an und sagte: „Grete,das war der erste,“ und meinte, es wäre derjenige, welcherdas erste Essen brachte. Der Bediente aber meinte, er hätte