Band 
Erster Teil.
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lag haushoch. Die Bäume bogen sich unter der schweren Last undzerbrachen. Am steilen Abhänge kam die Schneedecke ins Gleitenund fuhr donnernd und krachend hinab ins Tal. Sie ward zurLawine. Diese brach die Bäume im Wege, riß die Felsblöckemit fort und bedeckte drunten in den Hütten Menschen und Vieh.Die Leute schrien in Todesnot. Die Lawine legte einen Dammaus Schnee und Steinen quer vor den Bach und staute seine Wasserauf. Er überschwemmte das Tal und richtete Verwüstung undUnheil an. O, wie wehklagten die Leute über die Schneeflocken,weil ihrer gar zu viele waren.

Allzuviel tut niemals gut!

Die dritte. Es kam ein Schiff aus fernen Meeren zumHafen, just als der erste Schnee fiel. Ein Mann stieg ans Landund rief: „Grüß euch Golt, Schneeflocken! Ich habe euch seit langerZeit nicht gesehen! Im fernen Lande scheint die Sonne zu heiß;dort ist ein ewig glühender Sommer. Die Bäume und Blumenhaben keine Ruhe und die Menschen auch nicht. Die übergroßeHitze bringt ihnen bei der Arbeit Fieber und schlimme Krankheiten.O, was gäbe einer wohl für eine Handvoll eiskalter Schneeflocken!Ich war auch matt und krank; jetzt wird alles wieder gut!" DerMann ging durch den Schnee nach dem Häuschen, in dem seineMutter wohnte. Die Schneeflocken hatten den Weg sauber be-streut wie am Festtage. — Vor dem Hause hatte das kleineBrüderchen einen Schneemann gebaut und fuhr auf einem Schlitten.Der Mann sah es über den beschneiten Zaun und warf seinemBrüderchen als Gruß einen großen Schneeball in den Schoß.„Grüß Gott, lieber Bruder! Als der Schnee schmolz, zog ich vondannen; — jetzt mit dem neuen Schnee bin ich wieder daheim!"

Da hört es draußen auf zu schneien. Die Sonne scheint aufdie drei Schneeflocken am Fenster. Sie schmelzen zu einem ein-zigen Wassertropfen zusammen. Die Sonne scheint wärmer —da ist der Wassertropsen verdunstet und wieder hinauf in dieWolken gezogen. Er wird mit ihnen weiter reisen, wieder zuSchneeflocken werden und auch andern Kindern hübsche Geschichtenerzählen. (H. Wagner.)