Band 
Erster Teil.
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159. Die Brennessel.

Die Brennessel ist als ein verrufener Bösewicht bekannt.Wie ein Mörder und Räuber verkriecht sie sich in die Winkeldes Gartens und in die Gebüsche, in Hecken und auf Schutt-haufen und nimmt nur da überhand, wo die fleißigeHand und die gehörige Aufsicht fehlt. Schon ihr Aussehenist bedrohlich dunkelgrün; düster schaut sie drein, und wennalle Blumen ihre Blüten duftend entfalten, hangen höchstenseinige graugrüne Trauben an ihr, ohne allen Schmuck undohne allen Geruch. Keine Beere reift, wenn sie verblüht ist -kein Korn erzeugt sich auf ihr, womit ein Vöglein seineJungen füttern könnte. Und wehe dir, wenn du ihr unvor-sichtig nahest, sie nur leise berührst! Sie brennt dich anHänden und Gesicht; rote Bläschen entstehen auf der Haut,und der heftige Schmerz will oft tagelang nicht vergehen.Welches sind denn aber die furchtbaren Waffen dieses Böse-wichts? Die großen Zähne an den herzförmigen und zuge-spitzten Blättern sind es nicht, so bedrohlich sie auch aus-sehen. Feine Haare bedecken die ganze Oberhaut der Nessel.Jedes Haar ist innen hohl und oben scharf zugespitzt. Dochdiese Spitzen sind das Schlimmste nicht. Jedes Haar derNessel ist angefüllt mit einem scharf sauren Giftsaft, derdringt dann mit der Spitze des Haares in die Wunde; diefeine Spitze bricht, da sie sehr spröde ist, leicht ab, und jenerSaft erzeugt nun den heftigen Schmerz. Derselbe mildertsich, wenn man feuchte Erde auf die gebrannte Stelle legt.Noch schneller und gänzlich aber vergeht der Schmerz, sobaldman einige Tropfen Salmiakgeist darauf streicht. (H. Wagner.)

160. Die Distel am Wege.

Am harten, steinigen Wege steht die stachelige Distel.Kein anderes Kraut mag dort wachsen. Kornblumen undKlatschrosen haben sich das gute Ackerland ausgesucht undsich mitten hinein zwischen den Weizen und Roggen gesetzt.