Band 
Erster Teil.
Seite
165
JPEG-Download
 

165

6. Da schlief das Bäumlein wieder ein,

Und früh ist’s wieder aufgewacht;

Da hatt’ es glasene Blätter fein.

Das war eine Pracht!

Das Bäumlein sagt: „Nun bin ich froh;

Kein Baum im Walde glitzert so.“

7. Da kam ein großer WirbelwindMit einem argen Wetter,

Der fährt durch alle Bäume geschwind,

Und kommt an die glasenen Blätter;

Da lagen die Blätter von GlaseZerbrochen in dem Grase.

8. Das Bäumlein spricht mit Trauern:

„Mein Glas liegt in dem Staub,

Die andern Bäume dauernMit ihrem grünen Laub;

Wenn ich mir noch was wünschen soll,Wünsch’ ich mir grüne Blätter wohl.“

9. Da schlief das Bäumlein wieder ein,

Und wieder früh ist’s aufgewacht;

Da hatt’ es grüne Blätter fein.

Das Bäumlein lacht

Und spricht: „Nun hab ich doch Blätter auch,Daß ich mich nicht zu schämen brauch’.“

10. Da kommt mit vollem EuterDie alte Geiß gesprungen;

Sie sucht sich Gras und KräuterFür ihre Jungen;

Sie sieht das Laub und fragt nicht viel,

Sie frißt es ab mit Stumpf und Stiel.