Band 
Erster Teil.
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167
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Das hört der treue Pudel. Wie der Blitz ist er hinterdem Schlitten her, überholt ihn, wirft sich vor ihm auf denBoden und hält ihn dadurch auf — einen Augenblick später,und das Kind wäre unrettbar in den Abgrund gestürzt.Trotz seiner schweren Wunden leckte und liebkoste das guteTier seine gerettete Meisterin und freute sich offenbar seinerklugen, aufopfernden Tat. Man kann sich denken, wie ervon da an der Liebling des ganzen Hauses wurde!

(Nach Brehm.)

164. Der alte Hofhund.

Es hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hieß,der war alt geworden, so daß er nicht mehr packen konnte. Da standder Bauer einmal bei seiner Frau und sprach: „Den alten Sultanschieße ich tot, der ist zu nichts mehr nütze." Der Frau tat derHund leid, und ste antwortete: „Er hat uns so lange gedient,daß wir ihm das Gnadenbrot geben könnten." „Ei was," sprachder Mann, „du bist nicht recht gescheit; er hat keinen Zahn mehrim Maule, und kein Dieb sürchtet sich vor ihm. Hat er uns ge-dient, so hat er sein gutes Fressen dafür bekommen; jetzt taugter zu nichts mehr, und da kann er abgehen."

Der Hund, der nicht weit davon lag, hatte alles mit an-gehört; er erschrak und war traurig, daß morgen sein letzter Tagsein sollte. Nun hatte er einen guten Freund, das war der Wolf.Zu dem ging er abends hinaus in den Wald und erzählte ihm,was für ein Schicksal ihm bevorstehe. „Mach dir keine Sorgen,"sprach der Wolf, „ich weiß einen guten Rat. Morgen ganz frühgeht dein Herr mit seiner Frau ins Heu, und sie nehmen ihrkleines Kind mit, das legen sie bei der Arbeit^hinter die Ecke inden Schatten; darlege dich daneben, gleich als wolltest du es be-wachen. Dann will ich aus dem Walde kommen und das Kindrauben; du mußt mir nachspringen mit allen Kräften, als wolltestdu es mir abjagen. Ich laß' es fallen, und du bringst es wieder;dann glauben sie, du hättest es gerettet, und sind dir viel zudankbar, dir etwas zu tun; im Gegenteil, du kommst in völligeGnade, und es wird dir an nichts fehlen."