180. Der Sperling am Fenster.
1. Zeig, Chind! Wie het sei Spätzli gsait?Weisch’s nümme recht? Was luegsch-mi a? —
’s het gsait: „I bi der Vogt im Dorf,
I mues von allem d’Vorles ha.“
2. Und wo der Spötlig sait: ’s isch gnueg!
Was tuet mi Spatz, wo d’Vorles het? —
„Er list am Bode d’Brösli uf,
Süst müest-er hungerig ins Bett.“
3. Und wo der Winter d’Felder deckt,
Was tuet mi Spatz in siner Not? —
„Er pöpperlet am Fenster a
Und bettlet um e Stückli Brot.“ —
4. „Gang, gib-em, Mueter! ’s friert-en süst.“ —Zeig, sag-mer z’erst, ’s pressiert nit so,
Wie chunnt’s-der mit dem Spätzli vor?
Meinsch nit, es chönnt eim au so goh?
5. Chind, wird’s-der wohl, und ’s goht-der guet,Sag nit: I bin e riebe Her,
Und iß nit Brotis alli Tag!
’s chönnt änderst werde, handumcher.
6. Iß nit der chrosplig Rand vorn BrotUnd loß die weiche Brosme stob!
— De hesch’s im Brauch — es chunnt e Zit,
Und wenn-de’s hättsch, wie wärsch so froh!
7. Ne blaue Mäntig währt nit lang,
Und d’Wuche het no mengi Stund,
Und mengi Wuche lauft dur’s Dorf,
Bis jedem au si letzt! chunnt.
8. Und was-men in sim Früehlig lehrt,
Me trait nit schwer und het’s emol,
Und was-men in sim Summer spart,
Das chunnt eim in sim Spötlig wohl.