Band 
Erster Teil.
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182
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9. Chind, denk-mer dra und halt-di guet! —

„0 Mueter, lueg! der Spatz will goh!“ —

So gang-er! Leng die Hirse dort

Und sträu-em! Er wird wider cho. (Hebel.)

181. Der Sperling oder Spatz.

Der Sperling gehört zu den Gassenbuben unter den Vögeln.Er ist immer munter und kümmert sich nicht viel um seinere Ma-nieren. Aus dem etwas dicken Kopfe schauen aber ein Paar klugeAugen, die beweisen, daß der Sperling nicht zu den Dümmstenim Lande gehört. Sein plumper Schnabel scheint mehr für großeBissen, als für feine Töne geschaffen zu sein. Er gibt sich nichtdie geringste Mühe, anständig zu sprechen, sondern schreit in denTag hinein, eben wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Sein Anzugpaßt zu seinem Wesen, und Eitelkeit kann man ihm nicht vor-werfen. Er trägt gewöhnlich eine graue, mit vielen schwarzenund kastanienbraunen Flecken gezierte Jacke; den Hals des Ge-mahls ziert noch eine schwärzliche Krawatte. Auf dieser Uniformsieht man die Schmutzflecken nicht leicht; daher schont er dieselbeauch wenig und treibt sich damit im Staube, in Lachen und aufdem Felde umher. Er ist ein Freund großer Gesellschaften; dochhat er mit seinen Kameraden alle Augenblicke Händel, wobei dannein großartiger Spektakel entsteht. Der Streit dauert in der Regelnicht lange, und nachher herrscht wieder die größte Eintracht. DerSperling hält sich nicht ungern in der Nähe von Menschen aufund merkt es bald, wo er friedlich geduldet wird. Er drängt sichüberall herbei und baut sein wenig kunstvolles Nest, ohne dich langeum Erlaubnis zu fragen, hinter den Fensterladen deines Zimmers.Auf dem Gesimse stehend, blickt er keck durch die Scheiben, um zusehen, ob ihm keine Gefahr drohe. Bisweilen treibt er die Schwalbeaus ihrem Neste und pflanzt sich mit seiner Brüt hinein. Jedergegen Wind und Wetter geschützte Platz ist ihm zur Ansiedlungrecht. Ein Palast oder eine Strohhütte, ein herrliches Denkmalvon Marmor oder ein alter Topf — was fragt der Spatz danach!