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Anstrengungen gemacht, und schon nach drei Stunden hatteman einen mehr als meterlangen Stollen in den Schuttkegelgetrieben. Allein jetzt zeigte sich ein Feind, gegen denalle Anstrengung, alle Hingebung und aller persönliche Mutfruchtlos waren: aus dem verkohlenden Gebälke des Schach-tes, das mit Liasmergel überschüttet war, entwickelte sichgiftiges Kohlenoxydgas, und schon abends 6 Uhr wurden ein-zelne ohnmächtig gewordene Arbeiter hinausgetragen. Immerschneller mußte die Ablösung erfolgen. Von zehn zu zehnMinuten wurde frische Mannschaft auf Rollwagen hinein-gefahren. Aber auch dies half bald nichts mehr. GanzeWagen voll Ohnmächtiger wurden herausgebracht; allein un-aufgefordert drängten sich stets andere hinzu, um trotz eige-ner Lebensgefahr ihren Brüdern Rettung zu bringen. Eswar ein Schauspiel, wie es nur die heldenmütigste Aufopfe-rung auf einem Schlachtfelde in gleicher Weise zu bieten ver-mag. Da lagen außerhalb des Tunnels in langen Reihen oft70 bis 80 Ohnmächtige, auf Stroh gebettet, unter der Be-handlung der Ärzte. Immer frische Arbeiter drängten sichhinein; von Einstellung der Hilfe wollten sie nichts hören.„Wir wollen unsere Brüder retten!“ hieß es, und todesmutigstürzten sie in den Schlund —■ gleich Helden in der Schlacht.— In diesen erschütternden Stunden konnte sich der Glaubean Männertugend und Seelengröße wieder neu aufrichten,konnte man erkennen, welch ein großes, edles Herz oftunter dem rauhen Kleide des Arbeiters schlägt!
Abends 10 Uhr brachte man zwei Arbeiter heraus, dienicht mehr zum Lehen erwachten. Beständig wurden Wagenmit frischer Mannschaft in den Tunnel gefahren, nur um diedarin Niedergesunkenen aufzuladen und an die freie Luft zubringen. An der Durchbrechung des eingestürzten Tunnelsaber konnte jetzt nicht mehr gearbeitet werden; denn in derNähe desselben loschen Lichter und Packeln aus, und dieArbeiter sanken bewußtlos nieder, bevor sie nur heim Schachteanlangten. Nun schritt man zu einem neuen Versuche. Als