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einen so schmalen Schroffen hinauf, daß sie kaum ihre Kläuleinaufs Gras stellen konnten, das am Schroffen wuchs. Wie alle drobenwaren, wollt' ich auch nach. Aber kaum hatt' ich mich einen Schrittweit hinaufgezogen, konnt' ich nicht mehr weiter, durft' auch nichtwieder auf den Felsen zurücksteigen, noch viel weniger hinter michspringen; denn ich fürchtete, wenn ich das täte, so würde ich über-purzeln und den grausenhaften Felsen hinabstürzen. Blieb alsoeine gute Weile stehen und wartete auf die Hilfe Gottes. Mehrvermocht' ich mir eben nicht zu helfen, als mich mit beiden Händenam Schroffgras zu halten, mit dem großen Zehlein auf einenGrasposchen zu stehen, und wenn ich müde war, mich am Grashinaufzuziehen und das andere Zehlein dahin zu stellen. In diesergroßen Not hatte ich die größte Furcht vor den Geiern, die untermir in den Lüften flogen; denn oft geschieht's in den Alpen, daßdie Geier Kinder und junge Schafe mit den Krallen packen und imFlug mit sich forttragen. Da hatte ich denn gar große Furcht,meinte, sie könnten auch mich packen und durch die Lüfte tragen.Wie ich nun dastand, und mir der Wind mein Röcklein hintenaufwehte, sah mich mein Gesell Thomas von ferne, wußt' abernicht, was es war. Wie er mein Röcklein flattern sah, meint' er,es sei ein Vogel. Wie er mich aber erkannt hatte, erschrak er,daß er bleich ward. Er rief mir zu: „Thomeli, stand still!"kletterte mir dann nach, nahm mich auf den Arm und trug michhinab, von wo wir ohne Gefahr zu unsern Geißen kommen konnten.Als ich später Priester werden wollte, erinnerte mich der nämlicheGesell daran, wie er mich vor Jahren vom Tode erlöset, und batmich, ich möcht', wenn ich ein Priester würde, seiner eingedenk seinund beten für ihn zu Gott." (Th. Pl. Autobiographie.)
229. 0 Straßburg!
1. 0 Straßburg, o Straßburg, du wunderschöne Stadt!Darinnen liegt begraben so mancher Soldat.
2. So mancher, so schöner, auch tapferer Soldat,
Der Vater und lieb Mutter böslich verlassen hat.