Band 
Dritter Teil.
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seinen Stuhl jenem alten, lahmen Manne, was seine Herzens-gute und Aufmerksamkeit zeigt. Er nahm die Mütze ah, eheer hereinkam, und antwortete auf meine Fragen schnell undsicher; er ist also höflich und hat Anstand. Er hob dasBuch auf, das ich absichtlich auf den Boden gelegt hatte,während alle übrigen es zur Seite stießen oder darüber stol-perten. Er wartete ruhig und drängte sich nicht heran —ein gutes Zeugnis für sein anständiges Benehmen. Ich be-merkte ferner, das sein Rock gut ausgebürstet und seineHände und sein Gesicht rein waren. Nennst du dies alleskeinen Empfehlungsbrief? Ich gebe mehr darauf, was ich voneinem Menschen weiß, nachdem ich ihn zehn Minuten langgesehen, als auf das, was in schönklingenden Empfehlungs-briefen geschrieben steht.“ (Zeitschrift.)

27. Der erste Schritt zur Auszeichnung.

„Ehrlichkeit ist die beste Weltklugheit.“ Jedermannkennt diesen Satz; aber nicht jedermann befolgt ihn. DieGeschichte des französischen Ministers Colbert liefert uns einschlagendes Beispiel zu obiger Lehre. Eine Tat der Ehrlich-keit war der erste Schritt zur Auszeichnung dieses Mannes.

Als Jüngling war er bei einem Tuchfabrikanten in derLehre. Einem Pariser Bankier, dem er Waren schickte, stellteer die Rechnung um 600 Franken zu hoch und erhielt denBetrag. Als sein Meister, der Tuchfabrikant, von der Sachehörte, war er hocherfreut und rief aus: „Du bist ein prächtigerJunge; alle deine Freunde werden stolz auf dich sein! Sechs-hundert Franken Profit! 0 glücklicher Tag! Als Belohnungbekommst du einen Teil des Gewinns!“ Aber kaum hattesich Colbert von seinem Irrtum überzeugt und die Rede seinesMeisters vernommen, so setzte er den Hut auf und sagte:„Ich gehe sogleich zu dem Bankier, erkläre ihm den Irrtum,bitte ihn um Verzeihung und bringe ihm das Geld zurück,das er zu viel bezahlt hat.“ Diesen Worten folgte auch