Band 
Dritter Teil.
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viel kleiner als du und arbeitet dennoch. Siehst du die Sper-linge dort auf der Straße, wie sie suchen und picken? Geh, arbeitefür Nahrung und suche wie diese! Wir sind noch im Frühjahr.Suche Schlehen- und Hollunderblüten, Rosen- und Salbeiblätter,wo du kannst und darfst, und verkaufe sie den Apothekern! Sammleim Sommer Erd- und Heidelbeeren, Brom- und Himbeeren; dievertrage in die Häuser! Das gibt Geld. Für den Winter sammleund dörre Waldhaar für Sattler und Tapezierer, Weidenrutenzum Korbslechten! Es fallen vom Tische des lieben Gottes füruns tausend Brosamen; die mußt du auflesen. Nur angefangen!Ich verschaffe dir ein leichtes Kärrlein und Zubehör."

Der Vater hatte das nicht in den Wind gesprochen. Jonaswar ein flinkes, verständiges Büblein. Es war den ganzen Tagunermüdet auf den Beinen, und es ging mit seinem Geschäft nichtübel. Freilich mußte er nicht selten viele Tage, vom Vater ge-trennt, allein in der Ferne umherziehen und sich durchhelfen, wieer konnte. Aber er lernte dabei auf eigenen Füßen stehen undsich gegen Fremde umsichtig benehmen.

So währte es einige Jahre, und der Alte dachte endlichdaran, seinen Knaben auch ein Handwerk lernen zu lassen, umihn nicht an die herumziehende Lebensart zu gewöhnen. Er gabden Jonas einem alten Freunde, der Knopfmacher war, in dieLehre. Und der Vater hatte gerade noch beizeiten dafür gesorgt;denn der Tod näherte sich ihm mit leisen Schritten. Auf demTotenbette übergab er dem weinenden Knaben das in Sommerglutund Winterfrost sauer erworbene Gut und ermähnte ihn zur Arbeitund Sparsamkeit:

„Arbeit führt zu einem zufriedenen und glücklichen Leben.Doch mit aller Arbeit ist's nur halbes Werk. Die andere, schwerere,aber bessere Hälfte der Arbeit heißt Sparen. Was hilft's denLeuten, die vom Morgen bis Abend ein durchlöchertes Faß füllen?Zuerst spare dir einen Notpfennig; denn die Not kehrt früh oderspät in jedermanns Haus ein. Hast du den beiseite gelegt, soarbeite noch fleißiger und spare einen Hilfspfennig für andere zu-sammen. Hast du dir den Hilfspfennig errungen und wendest du