Band 
Dritter Teil.
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mit dir gehen; denn du siehst so gut aus!“ Nun gab deralte Professor dem kleinen Mädchen seinen Stock zum Tragenund nahm den kleinen Knaben auf den Arm; denn der schliefso sanft, konnte auch noch nicht gehen.

Als der Professor zu Hause anlangte, machte die alteHaushälterin ein bitterböses Gesicht und sagte: „Aber, HerrProfessor, was soll denn das heißen? Erst heute früh habenSie dem Handwerksburschen Ihre funkelnagelneuen Stiefelgeschenkt, und als ich dagegen war und sagte: Herr Professor,geben Sie doch die alten! da haben Sie erwidert: Alte Stiefelhat ja der Arme; darum gebe ich ihm eben die neuen; derarme Handwerksbursche kann sich keine neuen Stiefel an-schaffen, ich aber kann mir ja wieder andere machen lassen.Ja, so hat der Herr Professor geantwortet. Du lieber Gott,was sollen wir mit den Kindern anfangen! Und noch dazuzwei! Wir haben selbst nicht viel zu essen! Dazu verschenktnoch der Herr Professor alles, was er besitzt.“ Der HerrProfessor lächelte, denn er wußte, daß die alte Haushälterinauch ein gutes Herz hatte, und sagte: „Wir werden nichtverhungern, unser Herrgott lebt noch!“ Da nahm die Haus-hälterin dem Professor den kleinen Jungen ab, küßte diesenund legte ihn sanft auf ihr Bett, daß er nicht aufwachte,denn er schlief noch immer; dem Mädchen aber gab sie zuessen, weil es hungrig war.

Bei der Aufnahme dieser beiden Waisen blieb aber derProfessor nicht stehen; es fanden sich noch mehrere solcherarmer Kinder, und da ihm andere gute Menschen Geld gaben,so baute er ein Haus, wo er alle die Kinder hineinbrachte,die Vater und Mutter verloren hatten. Das Haus aber stehtnoch heute zum Segen der Nachwelt. Viele Jahre ist dergute Professor schon tot; aber alljährlich an seinem Ge-burtstage ziehen die dankbaren Kinder der Anstalt nach demKirchhofe und hängen an dem Grabkreuze einen Blumenkranzauf, den allerschönsten auf dem ganzen Kirchhofe und singenein schönes Lied. Der Blumenkranz umschließt jedesmal