Band 
Dritter Teil.
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den Namen des guten Professors, der Wadzeck hieß. DasHaus aber, das er für die armen, verlassenen Kinder gebauthat, heißt bis auf den heutigen Tag die Wadzeck-Anstalt.

(Leopold Streich.)

60. Die altgermanischen Jahresfeste.

Außer den Wochentagen, die den Göttern geheiligt waren,gab es bei unsern heidnischen Vorfahren auch bestimmte festlicheZeiten, in denen man den Gottheiten besondere Verehrung weihte.Diese Feste schloffen sich an die vier Jahreszeiten. Wenn im Be-ginne des Frühlings das Eis krachend auf den Strömen zerbarstund der Sturmwind rauschend über die Berge dahinfuhr, dannsahen unsere Ahnen in diesem Walten der Natur Donars mäch-tige Hand. Sie sangen: „Donar fährt durch die Lüste; sein Bart-haar flattert im Sturm; die Wolken, mit furchtbarem Regen ge-laden, sind sein Gewand." Siegreich bestand der Donnergott denKampf mit den Eisriesen, nach, denen er seinen gewaltigen Hammerwarf. Nach dem Streite rief er seine Schwester, die holde Ostara,daß sie den Frühling schaffe. Diese brachte durch Sonnenschein undFrühtau die Pstanzen zum Keimen und Grünen und schmückte dieErde mit den ersten Blumen. Sie teilte daher mit ihrem Brudersich in die Ehren des Frühlingsfestes, das nach ihr den Namendes Osterfestes empfing. Es war ein hohes Freudenfest. HelleFreudenfeuer leuchteten nun auf den Höhen, ein Sinnbild derhöher und höher steigenden und kräftiger scheinenden Sonne. > DerOstara war der Hase heilig, und als Opfer wurden ihr besondersEier dargebracht, ein Sinnbild des erwachenden Lebens.

Was die Frühlingsgöttin begonnen, das vollendete Frey«,die Göttin der Schönheit und des Segens der Natur. Nun blühtealles in reichster Fülle und Pracht empor, und die Vögel sangenholde Lieder. Ihnen hatte zwar Bragi, der Gott der Dicht-kunst, einst die Gabe des Gesanges gegeben; aber Frepa war es,die ihnen in jedem Jahre aufs neue Sangeslust und frohe Liederverlieh. Zur Zeit der Sommersonnenwende feierte man Frepas