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und Australien, in Brasilien und im Kaplande, überall leuchtetund schimmert zu Weihnachten der Christbaum auf dem Familien-tische. (Nach Albert und Friedr. Körner.)
61. Altdeutsche Spiele.
Viele der Spiele, an denen sich heutzutage die Jugend erfreut,wurden schon im Mittelalter von den Kindern in Stadt und Dorfgespielt. Die kleinen Mädchen spielten mit ihren Puppen, ihrenSchüsselchen und Bechern, sie kochten und putzten, kauften und ver-kauften. Und die kleinen Knaben ritten auf ihrem Steckenpferd,sie gruben Teiche und bauten Häuser, sie spielten Blindekuh undließen den Plumpsack herumgehen.
Wenn die Natur sich wieder verjüngte, eilten jung und alt,Knaben und Mädchen aus den Häusern und hielten festliche Um-züge. Vermummte Gestalten, in Moos und Stroh gehüllt, Mannendes Winters darstellend, wehrten sich im Wettgesange tapfer gegendie weißgekleideten, mit Efeu und grünen Reisern geschmückten Ver-treter des Frühlings, bis sie endlich den Kampfplatz verlasfenmußten, zum Zeichen, daß der Frühling die Herrschaft behaupte.War das erste Veilchen entdeckt, so eilte man paarweise zur lieb-lichen Frühlingsblume und umtanzte sie im fröhlichen Reigen.
Und in gleich festlicher Weise ward die erste Schwalbe, dererste Storch, der erste Maikäfer empfangen. Kam aber das lieb-liche Fest der Pfingsten, so schmückte man Häuser und Zimmer mitden schönsten Blumen und verwandelte die Gassen und Straßenin grüne Laubgänge, aus denen die weißen Stämme der Birkenhervorblickten. Auf der Heide aber und unter der Linde gab esReigen und Ballspiel.
War der Sommer auf seine Höhe gekommen und wendetesich die Sonne, so stiegen ringsum auf allen Hügeln und Berges-gipfeln die Johannisfeuer zum Himmel und erleuchteten die dunkleNacht. Und die frohe Jugend sprang zwischen den Feuern umherund warf jauchzend die Stumpfe der niedergebrannten Fackelnhoch in die Luft oder schwang im Kreise den brennenden Besen.