131
Ausbau, im rechten Winkel zum alten, vergrößert und 1709 aufdem vom Besitzer des Schlosses Binningen, Herrn von Salis, ge-schenkten Bauplatze das Pfarrhaus aufgeführt. Binningen, Bott-mingen, Holee nnd die beiden Gundoldinger Höfe hatten nun ihrengeordneten Gottesdienst. Die im Jahre 1615 bei der Erweiterunggestifteten zwei Glasscheiben und die 1673 wieder vergabten vierWappenscheiben der Mitz, Ziser, Zäslin, Weiß sind noch vorhanden,bedurften aber sehr der Herstellung; andere schöne Stücke sind zer-fallen und vergessen. Die beiden Glöcklein von 1673 und 1845machen nicht den Anspruch, harmonisch zusammenzuklingen.
Im Jahre 1830 hatten die Kirchgänger der 496 Einwohnervon Binningen, der 301 von Bottmingen und der 24 Gundol-dinger im dunkeln Kirchlein und im Sommer unter den schattigenBäumen wohl ausreichenden Platz, und gern schloffen sich ihnenan schönen Sonntagsmorgen ganze Scharen von Kirchgängern ausder Stadt an. Die wunderschöne Lage des Kirchleins hatte auchimmer eine große Anziehungskraft für Hochzeitspaare, und wirkennen solche, die vormittags hier Hochzeit hielten und nachmittagswieder in die Fabrik zur Arbeit gingen, und solche, die mit langerReihe von Kutschen von Basler Seite her den Hügel erstiegenund oben im Hofe die Gefährte stehen ließen, bis der Gottes-dienst vorüber war. Hier oben haben wir uns einst an JonasBreiten st eins treuinniger Rede erbaut. Es lag ein stiller Friedeauf dem Kirchlein und dem Hügel, und der ungetrübte Genuß derschönen Aussicht von der Terrasse aus hat schon manchen nachvollbrachtem Tagewerk in ein schönes Abendrot schauen lassen. —Nun wurde es anders. Weniger durch die Menschen, durch dieneuen Zeitverhältniffe ist es anders geworden.
Durch die Bannausscheidung zwischen Basel und Binningenim Ansang des 19. Jahrhunderts ist St. Margarethen diesem,Gundoldingen der Stadt zugeteilt worden, und die EinwohnerGundoldingens gehören kirchlich nach Basel. Dieses dehnt sich ausnach allen Seiten und besonders auch auf dem St. Margarethen-seld, und schon steht hier Haus an Haus bis zum Hügel, der dieKirche trägt. Auf der andern Seite ist Binningen zum zweitgrößten