Band 
Dritter Teil.
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liehe Verletzung mit meinem armen Kinde in der Birs er-trinken. Ach, ich dachte an meine gute, liebe Frau, diemit dem kleinen, sechsmonatlichen Kinde zu Hause gebliebenwar, an meine Eltern, die im gleichen Zuge mit mir waren,an alle meine Lieben.

Wie lange ich so unter Wasser war, weiß ich nicht,ich weiß nur, daß ich nach einem letzten verzweifelten Ver-suche, mich durch die Trümmer durchzudrücken — einemVersuch, der meinem Kopf eine Reihe von Beulen undSchrammen eintrug — mich plötzlich an der Oberfläche desWassers befand. Auch mein Kind bezeugte durch jämmer-liches Geschrei, daß es noch am Leben war, und zu meinerunaussprechlichen Freude sah ich in geringer Entfernungmeinen Vater ebenfalls unversehrt am Gitterwerk der zer-störten Brücke herumklettern. In zwei oder drei Zügen hatteich mit der Kleinen im Arm schwimmend das Ufer erreicht.Dort zeigte es sich, daß von unserer ganzen Gesellschaft nurdrei Personen erhebliche Verletzungen davongetragen hatten,und daß alle gerettet waren.

Mein triefendes Kind gab ich der nur ganz leicht ver-letzten Großmutter in weitere Pflege und machte mich daran,am Rettungswerke mit einzugreifen.“

Bei den entsetzlichen Unglücksszenen sind auch andereFälle von wunderbarer Rettung vorgekommen. Am wunder-barsten war offenbar, daß die Lokomotivführer und Heizer,die sich auf der zweiten, mitten in die Birs gestürztenLokomotive befunden hatten, unverletzt davonkamen undsogleich an dem Rettungswerke mithelfen konnten. Der Loko-motivführer, mit dem ich Gelegenheit hatte zu sprechen, sagte,daß das Gefühl, das ihn beim Eintreten der Katastropheerfaßt, nicht zu beschreiben sei; im ersten Augenblick hättendie beiden Maschinisten einander gar nicht erkannt, ja kaumgewußt, was eigentlich vorgehe, und wo sie seien, bis diefurchtbare Wirklichkeit sie aus der augenblicklichen geistigenBetäubung herausgerissen habe.“