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Beine zu liegen kam, konnte erst abends 8 Uhr aus seinerfürchterlichen Lage, schrecklich zugerichtet, befreit werden;er war noch bei vollem Bewußtsein.“
Hören wir nun auch, wie einer der Geretteten sein Er-lebnis an dem Unglückstag in der „Allgemeinen Schweizer-zeitung“ beschrieben hat:
„Eine fröhliche Gesellschaft von 21 Personen, hatten wirden Zentralbahnhof um 2 Uhr 15 Minuten verlassen. Ich be-fand mich mit noch vier Verwandten im Raucherabteil dritterKlasse des dritten Personenwagens; mein dreijähriges Töchter-chen hatte ich, da der Wagen gedrängt voll war, auf demSchoße sitzen. Zehn Minuten ungefähr mochte die Fahrt ge-dauert haben — der Kondukteur forderte eben die Billetteab — da wurde ich durch einen Ruck, der mich sofort aneine Entgleisung denken ließ, gegen mein Gegenüber geworfen.Sofort zog ich die Beine auf den Sitz und hob meine Kleinein die Höhe.
Der Wagen rollte nicht mehr, sondern schien sich inSätzen vorwärts zu bewegen; immerhin glaubte ich ein Ab-nehmen der Fahrgeschwindigkeit wahrzunehmen und hoffteschon, mit dem bloßen Schrecken davongekommen zu sein,als plötzlich ein markerschütternder Schrei im Vorderteil desWagens er gellte. Ich sehe, wie die vordere Wand mit derTüre durch die Puffer des vorhergehenden Wagens krachendeingedrückt wird; alles geht aus den Fugen, Wände undDecke verschieben sich, Fußboden und Bank weichen untermir — ich umschlinge mein Kind mit beiden Armen, um esmöglichst vor Verwundungen zu schützen, und befinde michim nächsten Augenblick unter Wasser, umgeben von festineinandergekeilten Trümmern und Wagenteilen. Trotzdemmeine Kleine mich krampfhaft umklammerte, hielt ich siemit dem linken Arme fest umschlossen; mit der Rechtensuchte ich oben, rechts, links, vorn, hinten nach einemAusweg — ich fand keinen. Da sah ich voraus, daß meinletztes Stündlein geschlagen habe: ich sollte ohne ernst-