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blühen und duften, als sei es eine reichgedeckte Tafel, eigens fürden hochgeborenen Herrn zurecht gemacht. Giftiger Germer undEisenhut find zwar auch in der Nähe; Herr Hase hütet sich abergar wohl, davon zu naschen. Daß sie ihm schädlich sind, hat ihnentweder seine Frau Mutter gelehrt oder seine alles beschnup-pernde Nase.
Jetzt ist das Frühstück beendet, nur uoch ein wenig Weiden-rinde kommt etwa zum Nachtisch. Dann putzt er sich wieder denBart und setzt sich auf den Stein mit weichem Moos. Wenn ersingen könnte, der Hase, er würde ein lustiges Lied anstimmen,etwa: „Ich bin der Has' vom Berge!" oder so ähnlich; denn erist seelenvergnügt.
Dann streckt er sich auf dem Stein, so lang und breit erist, und die Sonne wärmt ihn. Mit offenen Augen hält er seinMorgenschläfchen gerade wie sein Vetter, der Krauthase. Er hatdieselbe Farbe wie der Stein, und du kannst nahe an ihm vorbei-gehen, du bemerkst ihn nicht leicht. Auch der Adler droben mußsehr genau ausschauen, wenn er ihn sehen will.
Kommt dann der Abend, so speist der Alpenhase das Nacht-mahl und tummelt sich aus, spielt mit seinen Kameraden ein wenigVersteckens und Haschens, und alle achten wohl auf, daß nicht derFuchs mit dazu kommt und das Spiel durch seine Unarten ver-derbt. Dieser ist ein schlimmer Schalk und faßt viel zu derb, sodaß der Spaß zu Ende geht.
Aber wenn der Winter kommt, so ist auch für den Alpenhasendie schöne Zeit vorbei. Sowie der Schnee fällt, wandelt sich seinPelz. Die braunen Haare fallen aus, und es wachsen statt ihrerschneeweiße. Nur die Spitzen der Ohren bleiben schwarz. So siehtder Alpenhase fast aus wie ein weißes Kaninchen, hat aber nichtso rote Augen wie dieses, sondern braune.
Die Heuer haben die Gräser und Kräuter rein abgemäht,die Wildheuer haben sie sogar oou den Felsgesimsen weggeholtund alles auf Haufen und in die Heustadeln und Gaden geschafft.Es fällt hoher Schnee. Der Alpenhase wird samt seiner Familieeingeschneit. Was sollen sie speisen? Sie scharren sich Gänge im
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