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sind. vor des Jägers Geschoß. Nur der Landmann kommtauch heute heraus auf das Feld, wenn Predigt und Orgel-klang schweigen, um zu sehen, wie der Herr den ausgestreutenSamen hat wachsen lassen, und freut sich schon im vorausdes Erntesegens, und die Lerche scheint ihm heute fröhlicherzu singen und die Sonne freundlicher zu scheinen denn je.
(C. Gude.)
85. Der Alpenhase.
Weißt du, wer der Dieb ist, der dem Bauer das Heu stiehlt?Der Alpenhase tut es, und die Häsin hilft ihm dabei.
Der Alpenhase wohnt droben auf dem Berge, wo der Waldaufhört und die duftigen Kräuterwiesen beginnen. Er ist Nachbarder Gemsen und der Murmeltiere. Seinem Vetter, dem gewöhnlichenFeldhasen, ist er zwar sehr ähnlich, besonders im Sommer, wenner sein braunes Pelzwams trägt; er unterscheidet sich aber dochvon ihm durch mancherlei: so sind seine Zehen länger und spreizensich beim Laufen mehr aus, seine Nägel sind stärker, er vermagbesser am Berge zu klettern, im Gebüsch umherzutummeln undüber den lockern, tiefen Schnee wegzulaufen.
Im Sommer führt der Hase ein lustiges Leben. Früh, wenndie Morgensonne die weißen Schneehäupter rosenrot malt und imTale drunten noch die Nebel lagern, ist's Häslein schon munter.Es putzt sich den langen Schnurrbart mit den Pfoten, spitzt dieOhren und horcht nach allen Seiten, wittert gegen den Wind undprüft, ob alles ruhig und sicher sei. Dann nimmt es sein Früh-stück ein, wie ein vornehmer Herr. Der Hase speist lauter aus-erlesene Sachen: jetzt nasä)t er von einer köstlichen Silberwurz,jetzt von einer Schwarzständel, die wie lauter Vanille duftet;dann wieder speist er ein wenig Ruchgras und Alpenhafer undwohl auch etwas Enzian oder Alpenwermut; denn das ist gutfür den Magen. Will er würzige Bärwurz, so hat er sie gleichzur Stelle. Trägt er Gelüste nach dem saftigen Wegerich, so brauchter sich nur zu bücken. Aurikel und Frühblümchen, Alpenrosen undMännertreu, und wie sie sonst noch alle heißen, sie stehen ringsum,