Band 
Dritter Teil.
Seite
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des Iltisses. Im dichten Strohdache der Scheune hat er denganzen Winter über ein warmes Lager gehabt. Zum Dankewürgte er dem Bauer die beste Henne, stürzte er ihm denBienenkorb um und fraß er den Honig. Mit Anfang desSommers zieht er in das Feld, blutdürstig wie der wildesteMordgeselle. Leise hebt der Iltis die Beine, und von seinenSprüngen hörst du nicht das mindeste Geräusch; die be-haarten Sohlen seiner Pfoten gehen ihm einen weichen Tritt,wie ihn die Katze hat. Bei jedem Sprunge biegt sich derschlanke, etwa einen halben Meter lange Leib im Bogen nachoben; wie eine Schlange gleitet er zwischen Gras und Kräu-tern hindurch.

Ein Mäuschen hüpft in der Ackerfurche, flink wie einTanzmeister; aber der Iltis versteht das Springen noch besser;ein Satz und ein Biß — kaum, daß das Tierchen noch einenNotschrei ausstoßen kann, so ist sein Kopf schon zermalmt.„Ein schlechter Anfang!“ meint der Iltis; „aber etwas istbesser als nichts.“ Er zieht weiter zum Hamsterbau. Deralte Geizhals sitzt vor seinem Hause und putzt sich mit denPfoten den Tau vorn Barte. Da springt ihm der Iltis vonhinten auf das Genick, und ehe der Erschrockene sich um-wendet, um mit den kräftigen Zähnen sich zu wehren, sindihm schon die Halsadern zerrissen. „Die Mahlzeit lohnt sichschon besser,“ spricht der Mörder; „aber das Beste ist dasweiche Nest, es gibt ein hübsches Sommerquartier.“ DieMordlust treibt ihn weiter; am Feldraine macht er Halt.Hier riecht es nach Honig: die Hummeln haben gewiß schoneingetragen. Er kratzt sie heraus und verspeist die süßeFrucht ihrer Arbeit. Eine Kröte schleicht zwischen den Kohl-pflanzen umher und sucht die Schnecken ab. „SchlechtesFleisch das!“ knurrt der Iltis, „kaum zwei Tropfen Blut imganzen Tiere und obendrein kalt wie Bachwasser; aber fürden Fall der Not ist es doch zw brauchen.“ Er will sie ebennach dem Hamsterloche schleppen, als es dicht neben ihmraschelt. Ein Aal macht einen Nachtspaziergang nach dem