Band 
Dritter Teil.
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des niederströmenden Regens. Bisweilen erheben sie sichan die Oberfläche, wo man diejenigen, welche von den nach-drängenden emporgehoben werden, zappeln und springen sieht.Dann versinken sie auch wieder auf kurze Zeit. Da sie sichim Schwimmen viele Schuppen abreiben und auch vielenRogen verlieren, so wird das Wasser ganz trübe. Überdiesverbreiten sie einen sehr starken Geruch, und dieses, sowiedas Leuchten und Blinken bei Nacht verrät sie den Fischernfrüh genug.

Die etwa 300—360 Meter langen Netze sind schon aus-geworfen und stehen, da sie unten mit Steinen beschwertund oben durch Tonnen gehalten werden, wie eine Wand.Von Hanf verfertigt halten sie nur ein Jahr. Man macht sie daherlieber aus grober persischer Seide und räuchert sie schwarz,um die Fische nicht mit der hellen Farbe zu scheuchen. Sohalten sie drei Jahre. Da die Heringe, wie alle Fische, gerndem Lichte nachgehen, hängen die Fischer Laternen aus.Nun strömen die Heringe gegen die Netzwände an, bleibenmit den Riemendeckeln darin hangen und werden, je nachdemdas Glück gut ist, zu 100—140 tausend mit Winden aufgezogen.

Schon wartet die Mannschaft, um sie gleich einzusalzen.Man schneidet ihnen die Kehle auf, nimmt Eingeweide undKiemen heraus und legt die Fische in eine Lake von Seesalz.Nachdem sie hierin 12 Stunden gelegen, packt man sieschichtenweise mit Seesalz in Tonnen und verschickt sie alsgesalzene Heringe. Bleiben sie länger in der Lake liegen,etwa 24—48 Stunden, so steckt man sie mit den Köpfen anhölzerne Spieße und räuchert sie zu Bücklingen. Die hierzuerbauten Öfen fassen oft 12000 Stück. Die holländischenSchiffe allein bringen jährlich 400 Millionen Heringe nachHause. Die ersten Heringe haben natürlich wie alles Neueeinen großem Wert als die spätern. Es ist schon vorgekommen,daß die erste Tonne in Amsterdam des Morgens mit 500 Guldenbezahlt wurde, während eine Tonne am Nachmittag nur60 Gulden kostete.