Band 
Dritter Teil.
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Der gesalzene Hering ist eine sehr gesunde Speise. Gegenverdorbenen Magen, Appetitlosigkeit, Verschleimungen u. dgl.wird er von Ärzten empfohlen. Gegen Halsschwindsucht solldie Heringsmilch gut sein. Bücklinge sind aber nicht sozuträglich.

Im Jahre 1536 besuchte Kaiser Karl V. Flandern underkundigte sich bei einem Schiffer und Fischer nach Merk-würdigkeiten und Sehenswürdigkeiten in Ysendyk, wohin erfuhr. Da antwortete ihm der Seemann: „In Ysendyk gibtes nichts. Aber wenn kaiserliche Majestät eine Stunde weiternach Biervliet fahren, da würden Sie etwas sehr Großessehen, das Denkmal des Wilhelm Beukelszoon.“ Dabei nahmder Sprecher seinen geteerten Hut ehrfurchtsvoll ab, nicht vordem Kaiser, sondern vor dem von ihm genannten Holländer.Leider kannte der Kaiser diesen Namen nicht einmal undmußte erst fragen: „Wer ist Beukelszoon?“ Da errötete derGefragte vor Verdruß und antwortete: „Das ist der allenHolländern unvergeßliche Mann, der die unschätzbare Kunsterfand, den Hering einzusalzen und zu pökeln.“ Da sprach derKaiser ganz ernsthaft: „So hat er den Glanz und den Reich-tum Hollands geschaffen. Seinem Grabe wollen wir unsereVerehrung bezeugen.“ Jetzt schiffte der Kaiser nicht nachYsendyk, sondern mit seinem ganzen Gefolge und seinerSchwester, der Königin von Ungarn, nach dem Grabe desalten Fischers, und dort verzehrten sie ihm zu Ehren einengesalzenen Hering. „Ehre sei den nützlichen Männern!“waren des Kaisers eigene Worte. (Nach F. Harder.)

91. Die Birke, der Baum des Nordens.

Weit oben im Norden, wo alle unsere Laubholzbäume vorKälte es nicht aushalten würden, bildet die Birke schöne, großeWälder und erreicht da eine Höhe und Stärke, die bei weitemdiejenige unserer vaterländischen Birken übertrifft. Obwohl dortsechs Monate lang und oft noch länger der heftige Frost alles inFesseln der Erstarrung schlägt, und der Schnee alles in seinen