Band 
Dritter Teil.
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der Welt, zum großen Teil aber auch aus Sachsen selbst,anlangen, sicher an Ort und Stelle zu bringen. Da habendie Rollknechte, Auflader, Packer und Markthelfer tüchtig zutun. Alles, was der Gewerbefleiß der Menschen schafft, istauf der Messe zu finden: das feinste Seidenzeug wie dergeringste Kattun, die zarteste Spitze wie die gröbste Lein-wand, überhaupt „Stoffe“ aller Farben und Muster, außerdemKurzwaren, Spielsachen, Porzellane, Gläser, Geschirre — kurz,alles, was das Menschenherz begehrt. Die größte Rollespielen aber die Tuche, die Rauchwaren und das Leder.Dazu haben unzählige Tiere ihre Wolle, ihren Pelz und ihreHaut hergeben müssen, vorn heimischen Schafe bis zum fernenKamele, vorn heimischen Kaninchen bis zum russischen Zobel,vorn heimischen Zicklein bis zum amerikanischen Büffel.Wer noch nie eine Messe sah, kann sich keinen Begriff vonder Menge der Waren machen. Allein an Schweinsborsten,die doch nur .einen geringen Handelsartikel bilden, werdenauf mancher Messe gegen 5000 Zentner verkauft.

Die erste Woche ist dem Großhandel gewidmet. Dafüllen sich die Straßen, Höfe und Durchgänge der Häusermit Menschen; jeder Winkel wird mit Waren besetzt; überallhangen fremde Firmen. Mancher Leipziger Kaufmann räumtdann sein „Gewölbe“ einem fremden Verkäufer ein; mancheFamilie zieht sich auf Küche und Kammer zurück, um dieZimmer zu vermieten. Da die Gasthöfe den Menschenstromnicht fassen können, so hat jeder Leipziger das Recht, Meß-fremde zu beherbergen. Kommen doch durchschnittlich 25000Fremde auf Tag und Wochen nach Leipzig; aber noch größerist die Zahl derjenigen, welche nur einen Tag bleiben undmit den Abendzügen wieder zur Heimat reisen. Da ist einGewühl und Gewimmel, ein Fahren und Laufen, ein Handelund Wandel an allen Ecken und Enden. Oft hat man Mühe,durch das Getümmel von Käufern, Gaffern und Packträgern,Rollwagen, Droschken und Karren hindurchzukommen. Derreiche Kaufherr wie der Dorfkrämer, der Fabrikbesitzer wie