Band 
Dritter Teil.
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sänget kriechen hervor und schleichen an den Bollwerken der Häfenherum, an denen ihre Ernte gereift ist. Da kommen die hübschenMuscheln und die Ungetüme des Meeres zutage, die sich bei Ein-tritt der Ebbe versäumten. Da sieht man die versandeten Wracksund Balken der ehemals gestrandeten Schiffe. Im Schlamme be-zeichnet man noch Stellen, wo einst blühende, jetzt vom Meereverschlungene Orte gestanden haben sollen. Da zeigen sich imSonnenscheine die Korallen und Kräuter, die in der dunklen Tiefedes Meeres wachsen. Selbst in der Luft herrscht ein reges Leben;denn die Vogel machen sich heran, um der Ebbe zu folgen. Auchsie finden ihre Tafel auf den Sandbänken reichlich gedeckt. DieStrandläufer, die Möven, selbst die Schnepfen und Störche flat-tern oder wandeln am Strome oder auf den entblößten Untiefen,um auf das Seegewürm Jagd zu machen. Gewöhnlich wird derWasserspiegel durch die Ebbe um 4 Meter, zuweilen auch um6 Meter erniedrigt.

Endlich entsteht ein Stillstand in den Strömen. Es scheint,als wären alle während der Ebbe so rasch eilenden Flüsse in ruhigeSeen verwandelt. Allmählich aber kommt wieder Leben und Reg-samkeit in die versiegenden Gewässer. Das Meer drängt erstleise rückwärts. Die süßen Gewässer, die aus dem Innern desLandes her sich einen Ausgang erringen wollen, geraten mit ihmin Streit, woraus an vielen Punkten mächtige Wirbel entstehen.Endlich siegt der Ozean. Alle großen und kleinen Kanäle desLandes füllen sich mit flüchtigem Stoffe, und viele schwellen anbis an den Rand. Die weiten, kahlen Sandbänke schmiegen sichwieder unter die feuchte Decke des Ozeans. Die Fischer, Austern-und Krabbensucher, die Strandspaziergänger ergreifen die Fluchtund verbergen sich hinter den Dämmen und Deichen. Die Vor-lande der Inseln verschwinden wieder. Kleine Landesteile, dienoch eben mit dem Festlande zusammenhingen, lösen sich und wer-den zu Inseln. Die Hafendämme der Städte, vorher riesengroß,schrumpfen fast zu nichts zusammen. Alle Gräben, Kanäle, alleMeeres- uud Flußarme füllen sich bis an den Rand der Deiche.Das Schiff, auf dem wir etwa fahren, hebt sich mächtig in die