Band 
Dritter Teil.
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am Ufer stehen und dem geschäftigen Treiben zusehen. Dortkommt ein schwerfälliger Dreimaster mit den Schätzen Bra-siliens; hier segelt ein schlanker Dampfer nach dem Kap -lande ab; neben dem heimgekehrten Walfischfänger liegtder stattliche Ostindienfahrer, und neben dem amerika-nischen Kauffahrteischiffe rauscht der englische Post-dampfer vorüber. Welch Knarren der Halteseile, welch Klappernder Taue, welch Flattern der Segel, welch Gemisch der ver-schiedenen Trachten und Sprachen! Und dazwischen ertönendie Kommandorufe der Kapitäne und das langgezogene Taktliedder an den Winden beschäftigten Matrosen. Jährlich kehrenüber 10,000 Schiffe in Hamburg ein. Ungefähr 500 Kaufleutebesorgen den Welthandel, wobei sie jährlich viele Millionenumsetzen in Kaffee, Tabak, Rohzucker, Reis, Indigo, Pfeffer,Baumwolle, Wein, Tierhäuten, Schreibfedern, Korkstöpseln,Lichtern, Pökelfleisch, Eisen- und Kupferwaren, Silber undSeide, Leinwand und Seife, Nadeln, Zwirn und Kattun. Jähr-lich wird für fünfhundert Millionen Mark Ware ein- und un-gefähr für ebensoviele Millionen Ware ausgeführt; es ist jaHamburg nach London und Liverpool der bedeutendsteHandelsplatz Europas. (St. Galler Blätter.)

97. Ebbe und Flut.

Ein sonderbares Schauspiel ist an den Küsten der Nordseedie täglich zweimal eintretende Ebbe und Flut. Da stürzen sich,wenn die Ebbe eintritt, in eiliger Hast Ströme und Flüsse insMeer hinaus. Alle Gewässer sind in Bewegung, aus allen Ka-nälen, Gräben und Zweigadern des Landes strömt es heraus wiein den Straßen einer Stadt nach einem heftigen Regen, überallwachsen trockne Länder aus dem Meere heraus und nehmen zu-sehends an Umfang zu. Jede Insel, an der man vorüberfährt,umgibt sich mit einem breiten Gürtel Vorland, das sich sofort mitMenschen bevölkert. Das Betteloolk der Küstenstädte: die zer-lumpten Kinder und die armen Muschelsammler und Krabben-