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bis an den Rand gefüllt, durch Fluren und Wiesen dahin-ziehen. Sie trocknen im Sommer nicht so völlig aus wie dieBergflüsse Italiens, auch sind sie im Winter und Frühjahrnicht so hoch angeschwollen, so gefährlich wie die großenStröme anderer Länder Europas. Sie sind demnach sehr gutschiffbar, und das Meer kommt den Schiffen entgegen, dringtüberall mit tiefen, hafenartigen Buchten ins Land und nimmtdort die Binnengewässer und ihre Schiffe gemächlich in sichauf. Es gibt kein zweites Land in Europa, das von derMeeresflut so von allen Seiten her, fast bis in sein Herz hin-ein, durchspült und erfrischt würde, wie Großbritannien. Deraußerordentlichen Leichtigkeit, womit man auf diesen gün-stigen Wasserstraßen die Erzeugnisse des Landes fortschaffenkann, verdankt Großbritannien den Vorteil, große Massen zuniedrigen Preisen nicht allein für den innern Verbrauch, son-dern auch nach fast allen Küsten Europas ausführen zu können.
In der Natur aller seiner Erzeugnisse waltet die Nütz-lichkeit und Brauchbarkeit vor. Es besitzt eine große Füllevon Eisen, Blei, Kupfer. Durch den Reichtum an Zinn wurdedas Land zuerst mit der gebildeten Welt in Verbindung ge-bracht. Steinkohlen nennt es seine „schwarzen Diamanten“.Die europäischen Wiesenkräuter und Getreidearten gedeihenvortrefflich. England hat von jeher wenig Wild gehabt, keinekostbaren Pelztiere wie Skandinavien und Rußland. Jetztmuß es sogar die Füchse zu seinen Jagden hegen oder vonauswärts einführen. Dagegen ist es durch die Vortrefflich-keit seiner Rinder, seiner Pferde und Schafe bekannt, undin neuerer Zeit hat es diese der Kultur dienenden Tiere ingrößerer Vollkommenheit und Mannigfaltigkeit erzeugt alsirgend ein anderes Land der Welt. (Paul Buchholz.)
100. Schweden.
Die schwedische Natur ist etwas so vollkommen Neuesund Eigentümliches, daß der Fremde anfangs wie vor einemRätsel steht. Schweden ist kein Gebirgs-, sondern ein weites