Band 
Dritter Teil.
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Betrachten wir nun noch die gesamte Bodenform des Landes.Welcher Wechsel zwischen üppigen Marschen, wohlbewässertenBinnenebenen, engen, von Flüssen durchrauschten Waldtälern, weit-gedehnten Bergheiden und hoch darüber Hinausstrebenden, steilen,nackten Felsabhängen! Aber das Land fordert auch zu steter Arbeitaus, wenn nicht, wie es leider an so manchen Stellen der Fall ist,die Flüsse aus ihren Ufern treten, die Fluren aus Mangel ankünstlich zugeführter Bewässerung verdorren und zu wüsten Stein-feldern werden sollen. Ein beschauliches Leben, wie in den Frucht-hainen an den Ufern der indischen Ströme darf hier nicht ge-führt werden. (Paul Buchholz.)

107. Die Pyrenäen.

Die Pyrenäen überragen an Kammhöhe die Alpen. DieGipfelihrer Berge teilen die Wolken, ihre Grundfesten zwei große Meere;starre Eisfelder trennen die fruchtbaren Täler der Garonne vondenen des Ebro. Weder Karl der Große noch Napoleon habenungestraft ihre Grenzen verkannt. Gegen Süden sind die Abhängesteiler als gegen Norden; die Felsen zerfallen dort früher, wo sieweniger vom Schnee bedeckt und zugleich von den feuchten Süd-winden verwittert werden. Dennoch erscheint gerade der nördlicheAbfall erhabener als der Südhang, da dieser sich aus verhältnis-mäßig hochliegenden Bergflächen aufbaut.

Eine Eigentümlichkeit der Pyrenäen sind die sogenanntenZirkustäler. Diese zeigen mitunter ein treppenähnliches Zurück-springen nach oben, so daß sie. sich am passendsten mit riesigenAmphitheatern vergleichen lassen. Das berühmteste Zirkustal dieserArt ist das von Gavarnie. Nicht mit Worten zu beschreiben istder großartige Eindruck, den dieses riesige Bauwerk der Naturaus den Beschauer macht mit der ungeheuren Kesselrundung seinerhimmelhohen, starren Mauern, mit den blendenden Gletschern,mit dem ewigen Schnee, mit den großartigen, 400 Meter hohenWasserfällen, die wie weiße Schleier an den schwarzen Wändenstill herabhangen.