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Das Riesenkleinod setzt' er ein,Das gab so wunderklaren ScheinAls wie die liebe Sonne.
29. Und als nun diese helle GlutIm Schilde Milons brannte.Da rief der König frohgemut:„Heil Milon von Anglante!Der hat den Riesen übermannt,Ihm abgeschlagen Haupt undHand,
Das Kleinod ihm entrissen."
30. Herr Milon hatte sich ge-wandt,
Sah staunend all die Helle:
„ Roland! sag' an, du junger Fant!Wer gab dir das, Geselle?" —„„Um Gott, Herr Vater, zürntmir nicht,
i Daß ich erschlug den groben! Wicht,
Derweil Ihr eben schliefet!""
L. Uhland.)
5. Der Kaiser und der Abt.
1. Ich will euch erzählen ein Märchen gar schnurrig:
Es war 'mal ein Kaiser, der Kaiser war kurrig.
Auch war 'mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr;
Nur schade! sein Schäfer war klüger als er!
2. Dem Kaiser ward’s sauer in Hitz’ und in Kälte:
Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte,
Oft hatt’ er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst,
Und öfter noch litt er gar Hunger und Durst.
3. Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegenUnd weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.
Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht;
Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.
4. Drob suchte der Kaiser am Pfäfflein oft Hader.
Einst ritt er mit reisigem Kriegesgeschwader
In brennender Hitze des Sommers vorbei.
Das Pfäfflein spazierte vor seiner Abtei.
5. „Ha!“ dachte der Kaiser, „zur glücklichen Stunde!“Und grüßte das Pfäfflein mit höhnischem Munde:
„Knecht Gottes, wie geht’s dir? Mir deucht wohl ganz recht,Das Beten und Fasten bekomme nicht schlecht.