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38. „Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle,
Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigsten Stelle.
Drum sei der Pardon ihm in Gnaden gewährt
Und obenein dir ein Panisbrief beschert!
39. Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten:
• Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten.
Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot,
Umsonst, bis an seinen sanft seligen Tod.“ (G. A. Bürger.)
6. Aroleid.
1. Im Wallis liegt ein stiller Ort,
Geheißen Aroleid;
Es seufzt ein Gram im Namen fortSeit lang entschwund'ner Zeit.
2. Ein Berghirt hing in TodsgefahrAm steilen Firnenrand;
Ihn stieß hinunter dort der Aar,
Wo keiner mehr ihn fand.
3. Auf grüner Matte saß fein Weib;
Das Kind ins Gras gelegt.
Saß sie und schaut' mit starrem LeibHinüber, unbewegt,
4. Hinüber, wo im DämmerblauDer Berg zur Tiefe schwand
Und mit des Gipfels SilberauSo still am Himmel stand.
5. Voll bitt'rer Sehnsucht stand sie ausUnd ging im Mattengrün
Mit schwankem Schritt und irrem LaufUnd heißem Augenglüh'n.
6. Da schreit ein Kind; ein Flügel saustWohl über ihrem Haupt —
Mit ihrem Kind zur Höhe braustDer Aar, der es geraubt.