Band 
Dritter Teil.
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30. „Ha!“ lachte der Kaiser, „vortrefflicher Haber!

Ihr futtert die Pferde mit Wenn und mit Aber.

Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht,

Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.

31. Nun aber zum dritten, nun nimm dich zusammen!Sonst muß ich dich dennoch zum Esel verdammen.

Was denk’ ich, das falsch ist? Das bringe heraus!

Nur bleib’ mir mit Wenn und mit Aber zu Haus!“ —

32. „Ihr denket, ich wäre der Abt von St. Gallen.“ —„Ganz recht! und das kann von der Wahrheit nicht fallen.“ —„Sein Diener, Herr Kaiser! Euch trügt Eu’r Sinn;

Denn wißt, daß ich Bendix, sein Schäfer, nur bin!“ —

33. „Was Henker! Du bist nicht der Abt von St.Gallen?“Rief hurtig, als wär’ er vorn Himmel gefallen,

Der Kaiser mit frohem Erstaunen darein;

„Wohlan denn, so sollst du von nun an es sein!

34. Ich will dich belehnen mit Ring und mit Stäbe.

Dein Vorfahr besteige den Esel und trabe

Und lerne fortan erst quid juris verstehn!

Denn wenn man will ernten, so muß man auch sä’n.“ —

35. „Mit Gunsten, Herr Kaiser! das laßt nur hübsch bleiben!Ich kann ja nicht lesen, noch rechnen und schreiben;

Auch weiß ich kein sterbendes Wörtchen Latein.

Was Häuschen versäumet, holt Hans nicht mehr ein.“ —

36. „Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht schade!Erbitte demnach dir ein’ andere Gnade!

Es hat mich ergötzet dein lustiger Schwank;

Drum soll dich auch wieder ergötzen mein Dank.“ —

37. „Herr Kaiser, groß hab’ ich soeben nichts nötig.

Doch seid Ihr im Ernst mir zu Gnaden erhötig,

So will ich mir bitten zum ehrlichen LohnFür meinen hochwürdigen Herren Pardon.“ —