Band 
Fünfter Teil.
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Bandstuhl seinen raschen Takt, begleitet vom Gesang des Haus-vaters; fünfundzwanzig Jahre — bis zur Auflösung der Familie— stand der Bandstuhl auf demselben Platz, und zwischen demArbeiter und dem Fabrikanten bildete sich ein gegenseitiges un-bedingtes Vertrauen. Martin war kaum vier Jahre alt, als ersich ans „Spüelirad" setzen mußte, denn die kleinen Kräfte wurdenalle früh zur Mithilfe herangezogen in Haus und Feld; nur ent-sprachen diese Leistungen von fern nicht den Bedürfnissen.

Immer strenger gestaltete sich mit der Zeit das Leben derEheleute; aber um so mehr wuchsen sie hinein in ihre gemeinschaft-liche Lebensaufgabe, so daß die Kinder nie Zeugen waren einesMißverständnisses oder gar eines Streites; die Eltern fühlten unddachten völlig gleich. Im Wesen des Johannes war nichts Ver-decktes noch Verstecktes, er war wie ein offenes Buch. Sein ent-wickeltes Zartgefühl für alles Anständige ward seinen Kindern erstspäter recht klar, und seine Ehrlichkeit und Geradheit ging alsselbstverständliches Gesetz auf seine Haushaltung über. In Arbeitund Entsagung war er streng gegen sich selber; den Seinen suchteer den Druck der Arbeit überall zu erleichtern. Ihm half nebenungetrübter Gesundheit eine natürliche Anlage zum Frohmut, einangebornes Wohlwollen gegen jedermann. Mit fröhlichem Scherz-worte grüßte er; heiter kam er den Standesgenossen und ihremAnsuchen um Rat oder Hilfe entgegen. Er war überall beliebtund geachtet. Da er streng darauf hielt, keine Schulden zu machen,galt er bald für wohlhabender, als er es wirklich war; denn dieEntbehrungen und die oft schwere Not wurden stets innerhalb derWände des Hauses verwunden ohne fremde Zeugen, ohne daßandern auch nur davon geredet wurde. — Seine Frau war beiihrer Reinlichkeit, Gewandtheit, ihren schönen Zügen eine lieblicheErscheinung. Unermüdlich in der Arbeit im Haus und auf demFelde, konnte sie ihren Mann überall vertreten. Ein treues Gemütund tiefe Frömmigkeit, ohne darüber Worte zu machen, gaben ihremganzen Wesen bei aller auch ihr natürlichen Fröhlichkeit eine gewisseGesetztheit. Alle Sorgen des Hauses waren ein Gemeingut; diegrößte derselben und einzige war immer die Geldsorge, denn Krank-