Band 
Fünfter Teil.
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gerichts; selten war der Galgen leer, denn es war eine rauheZeit und das Menschenleben wenig geachtet.

Dieselbe Mauer zog gegen die Vorstadt zu Eschemertorzum äußern Eschemer- und äußern Vriden- oder St. Alban-tor bis an den Rhein, so daß also die äußern Vorstädte schoneinige Jahrzehnte vor dem Erdbeben nach dem offenen Feldehin durch die „neuen Ringmauern" gegen Angriffe von außeneinigermaßen sicher gestellt waren. Noch vor Ablauf des Jahr-hunderts aber zog sich vom Rheine beim St. Johannstor biswieder zum Rheine zu St. Alban eine starke Mauer mit Grabenund Wall, und ein Kranz von 40 Türmen, 42 Letzinen') und 1199Zinnen umringten die Große Stadt. Gräben hatte einzig die Vor-stadt zu Spalen. Durch zehn große und kleinere Tore betrat mansie: durch das Tor zu St. Alban, das Eschemertor, das Spital-schürentor, das Hertor, Eglolfs Tor, das Steinenkreuztor, das Spalen-oder Voglers Tor, das (St. Peters-) Platztor, das Tor in der NeuenVorstadt und das Tor zu St. Johann. Die meisten waren mitGemälden aus der biblischen Geschichte oder der Legende bemalt.Wie jedes Haus in der Stadt, so hatte auch jeder Turm in ihremUmkreis seinen Namen. Oben am Hertor gegen St. Leonhardstand der „Wog den Hals", weiterhin der „Stich den Gesellen"und noch weiterhin der „Guck in das Nest", der „Schadengast",i>er „Lug ins Land" u. s. w. Zwischen den spärlichen Häusernaber lagen ausgedehnte, meist mit Reben bepflanzte Gärten, dieerst in viel späterer Zeit verschwinden sollten.

V. Klein Basel.

Statten wir zum Schluß auch der „mindern" Stadt einenkurzen Besuch ab. Das Dorf „enrun" oder Klein Basel galt früherfür eine Vorstadt von Basel, stand aber in geistlichen Dingen unter demBischof von Konstanz, obschon es dem Basler Bischof zugehört«. Ausder Gestalt der Stadt darf wohl auf eine einheitliche Anlage

') Schutzwehr. Vgl. Schweiz. Idiot. IN, 1558.

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