Band 
Fünfter Teil.
Seite
307
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unterhalb des bischöflichen Hvfes, am Ausgang von UtosGasse, stand die Kapelle der heiligen Margaretha, aus derenSteinen später die Kartäuser ihre Klosterkirche, die heutigeWaisenhauskirche, errichteten (1401). Die Kirche St. Theodorwird noch 1277 bezeichnet als extra muros, also außerhalb derStadtmauer gelegen; der frühere Stadtabschluß muß in derDichtung der heutigen Riehentorstraße sich hingezogen haben,daher deren auffallende Breite (aus Mauer und Graben); dasspätere Riehentor wird also ursprünglich am Ende der Reb-öasse, dem Bläsitor gegenüber, sich befunden haben underst bei der Hinausschiebung der Mauer über St. Theodorhinaus an den Ausgang der Riehentorstraße verlegt wordensein. Das rheinwärts gelegene Ende dieser Straße wäre dem-entsprechend durch Lesserstor oder -Türlein geschlossen worden,das seinen Namen von einem Johannes Lesser hatte, der gegenEnde des 13. Jahrhunderts bei diesem Tore Häuser und Hof-stätten besaß').

In der Kapelle zum heiligen Nikolaus oberhalb der Rhein-drücke leisteten die Bürger alljährlich dem Bischof, ihrem Herrn,den Eid der Treue, bei welcher Feier die bekränzte Kinderscharweichlich mit Obst bedacht wurde; hier sammelten sich auch dieArmen zum Empfang des Almosens, wenn Tags zuvor armeSchüler in den Straßen der Stadt eine Spende ausgerufen hatten.

Seiler, nach Daniel Fechter, Neujahrsblatt für 1852 und„Basel im 11. Jahrhundert".)

^2. Wie mim vor fünfhundert Jahren in Basel wohnte.

An der oberen Rheingasse steht ein schmales, hohes Haus,über dessen steinernem Türbogen eine große Schnecke gemalt ist,

Haus „zum gelben Schneck". Man sieht es ihm an, daß*3 schon seit Jahrhunderten dasteht, und jeder, der vorbeigeht,stndet es von außen ganz interessant, darin wohnen aber möchteer nicht gern. Die Türöffnung, die wie ein Kellerloch aussieht,

') Historisches Festbuch zur Vereinigungsfeier, Seite 222.