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du dich in eine längst versunkene Welt versetzt und betrachtestmit Staunen und Bewunderung alle die Zeugen vergangenerJahrhunderte, die hier zu dir sprechen.
Nicht zum mindesten aber ist die alte Kirche selbst zurhistorischen Merkwürdigkeit geworden. Die weiten, hohen Hallenwissen dir viel Seltsames zu berichten; mancher Sturm ist übersie hinweggebraust, bis das Gotteshaus endlich zur Aufnahme derMittelalterlichen Sammlung bestimmt wurde.
Im 13. Jahrhundert ließ sich an der Basler Stadtmauer,da, wo heute die altehrwürdige Barfüßerkirche steht, eineSchar geistlicher Brüder nieder. Es waren Barfüßer, die hier-in Armut und Demut leben und Selbstverleugnung üben wollten.Drum bauten sie sich auch nur aus Lehm gefügte Häuschen, dieein schlichtes, prunkloses Kirchlein umgaben.
Die neue Stiftung gedieh; denn die Lehre der einfachenFranziskaner fand bald den Weg in die Herzen der Menschen.Nicht umsonst zogen die Brüder mit dem Bettelsack umher, unddie Liebe zu ihrem stillen, gottgeweihten Kreise wuchs immer mehr.
Gegen die Neige des 13. Jahrhunderts vergrößerte sich dieStiftung der Barfüßer bedeutend, und an der Stelle des schlechtgebauten Kirchleins erhob sich bald ein Bauwerk, das zum Teilheute noch erhalten ist. Eine Stätte der Armseligkeit sollte dasKloster sein, und die Ordensregel verbot darum auch das Er-bauen eines Kirchturms. Beim Bau befliß man sich der größtenEinfachheit; nichtsdestoweniger verlieh man der Kirche eine ge-waltige Ausdehnung und baute das Chor in Turmeshöhe, um soder Macht des Ordens und dem Wohltätigkeitssinn der BürgerAusdruck zu verleihen. Das Chor zu Barfüßern ist eines derwenigen Bauwerke Basels, welche die Schreckenstage des Erd-bebens vom Jahre 1356 überdauert haben.
Ihre heutige Gestalt hatte die Kirche niit dem Beginn des15. Jahrhunderts erreicht. Innerer Zwiespalt und allerlei Streitig-keiten bewirkten aber, daß Geld und Gut des Klosters völlig dem