Spital übergeben wurden, und so galt dieses lange Zeit alsEigentümer der Kirche.
In Basels Geschichte spielte sie mehrmals eine Rolle. Wennder Bann der Kirche über die Stadt verhängt und jeder ordent-liche Gottesdienst untersagt war, wandte man sich an die Bettel-mönche zu Barfüßern und zwang sie, in ihrer Kirche der geist-lichen Pflichten zu walten. Ganz besonders zur Zeit der Re-formation wurde die Barfüßerkirche bedeutsam; denn aus demBarfüßerkloster ergingen vielfach Heroldsrufe zu Basels Refor-mation. Guardian des Basier Franziskanerhaufes war damalsKonrad Pellikan, (zu deutsch Kürschner), ein hochgeehrterMann, der später an der Hochschule Vorlesungen über Gottes-gelehrsamkeit hielt. Neben Okolampad machte er sich um BafelsReformation besonders verdient. Er war von stillem, bescheidenemWesen, ein Mann, dem aller Kampf zuwider war; gleichwohlwußte er den Sinn für den neuen Glauben zu wecken. NachKräften förderte er den Druck der Schriften Luthers; denndiese waren auch ihm „ein Zeichen zum Aufstehen aus einem tiefenSchlaf." Ihm ist es zu verdanken, daß man zu Basel das Barfüßer-kloster als den Herd der neuen Bewegung ansah.
Der Ordensprovinzial Satzger machte darum auch Miene,Pellikan sowie alle reformatorisch gesinnten Ordensglieder vonBasel zu entfernen; „denn es sig nit gut," meinte er, „daß einpredicant alwegen die Worheit sag, sunder sol sy zun zyten hinderhalten, domit daß der gmein man im zoum gehalten mag werden."
Dieser Ansicht waren auch die Chorherren und Professoren,die „Hohepriester und Schriftgelehrten", wie Pellikan sie nennt,und sie machten gewaltige Anstrengungen, um seine Entfernungdurchzusetzen, so sehr fürchteten sie seinen Einfluß. Pellikanmerkte die Absicht, daß man mit seiner Person auch die Sachedes Evangeliums beseitigen möchte, und wollte deshalb nichts vonVersetzung wissen. Doch bevor der neue Glaube in Basel denSieg errang, folgte er einem ehrenvollen Rufe nach Zürich undtrat somit aus dem Orden aus.