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Bald ließ der Warenverkehr nach und die mächtigen Räumestanden leer und unbenützt, ein Bild des Verfalls. Nur einigeMeßbuden fanden darin eine willkommene Zufluchtsstätte. Dasannen die Väter der Stadt auf bessere Verwertung der Kirche.
Dieser Mühe enthob sie der helvetische Finanzminister imJahre 1799, indem er die Barfüßerkirche ohne weiteres zumSalzschopf bestimmte. Ungern zwar überließ sie Basel derhelvetischen Regierung; aber trotz anfänglicher Weigerung ließman es ruhig geschehen, daß mit der Übernahme des Salzmonopolsdurch den Kanton die Kirche bis in die dreißiger Jähre des letztenJahrhunderts als Salzmagazin diente und dabei nicht geringenSchaden erlitt.
Im Jahre 1843 ging dann zu Barfüßern eine große Ver-änderung vor sich. Das Kaufhaus sollte von der untern Gerber-gasse') verlegt werden, und die Kirche und ihre nächste Umgebungboten einen hiezu geeigneten Platz. Zwischen dem Gotteshause unddem Steinenberg wurde das neue Kaufhaus s ) erstellt und die Kirchezum zweitenmal als Lagerraum hergerichtet. Damit entfaltete sichein reges Leben und Treiben auf dem Barfüßerplatze. Von nah undfern fanden sich hier die Händler in buntem Gedränge zusammen.Schwere vier- und sechsspännige Güterwagen sah man da, Frucht-händler, Müller, vermittelnde Juden, Bürger der Stadt: alleswollte Geschäfte machen und ging ins nahe Wirtshaus, um dieSache bei einem Schoppen Elsässer ins reine zu bringen. — In alldem weltlichen Getümmel aber fand niemand Zeit, der ehemaligenFranziskanerkirche zu gedenken und ihre Schönheiten zu beachten.
Leider gingen beim Umbau der Kirche wertvolle Einzelheitendes Bauwerkes verloren. So scheint sie an Freskogemälden reichgewesen zu sein, deren letzte Spuren durch die Weißelung sämt-licher Flächen nun verwischt wurden.
Mit der Aufhebung des Kaufhauses im Jahre 1804 wurdedie Kirche dem Stadtrate wieder zur freien Verfügung überlassen.Wie aber sollte sie verwertet werden? — Nun, die vielen Räume
') Vgl. Seite 301.
-) An dessen Stelle steht jetzt der Musiksaal.