Band 
Fünfter Teil.
Seite
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und Gelasse wurden vermietet, und schließlich überließ man dasGebäude der Postverwaltung.

Das dauerte bis zum Jahre 1881. Da sollte dem ehrwürdigenGebäude das Todesurteil gesprochen und es der Vernichtung preis-gegeben werden. Denn die hohe Regierung beantragte, die Bar-füßerkirche abzutragen und an ihrer Stelle einen Neubau für dieTöchterschule zu errichten. Doch bald erhoben sich Stimmen, diesich für die Erhaltung des Gebäudes aussprachen. Ein harterKampf entspann sich um Sein oder Nichtsein. Aber — zu BaselsEhre sei es gesagt — in der denkwürdigen Sitzung des GroßenRates vom !3. März 1882 wurde die Kirche durch ein Mehrvon zwei Stimmen vor dem Untergänge gerettet.

Hatte damit die Zeit der Entweihung ein Ende? Leidernicht! Noch recht unerquickliche Szenen spielten sich nach wie vorim Gotteshaus« ab, indem es erst die Pfand leih anstattbeherbergte, dann als Gant lokal diente und zuletzt die Stättedes „Ankenmarktes" wurde.

III.

Ein würdigeres Schicksal winkte der Kirche erst im Jahre 1888,als der Regierungsrat beschloß, sie als Sammlungsgebäude zuverwenden. Schon sah sich Basel im Geiste als Sitz des „Schwei-zerischen Landesmuseums ". Aber bald erfolgte die Ent-täuschung; denn dieser Ehre wurde unsere Vaterstadt nicht ge-würdigt.

Mit um so größerem Eifer machten sich nun die Basler ansWerk, aus eigenen Mitteln für ihre reiche „MittelalterlicheSammlung" eine bleibende Stätte zu schaffen. In hochherzigerWeise wurde von Bürgern Basels eine namhafte Summe fürdie Wiederherstellung der leider arg mitgenommenen Kirche zu-sammengesteuert und so ein Werk geschaffen, worauf unsere Stadtstolz sein darf. Nach sechs Jahren, am 22. April 1894, feierte Baseldie Einweihung der zum „Historischen Museum" umgewan-delten Barfüßerkirche. Voll Freude begingen seine Bürger dieFeier und blickten zugleich voll Stolz auf das wohlgelungene Werk;