Band 
Fünfter Teil.
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Verhältnisse, daß außer dem persönlichen Namen nicht bloß einFamilienname, sondern auch ein Name des Stammes dem einzelnenStaatsbürger — die Sklaven kommen natürlich nicht in Betracht— beigelegt wurde. So hieß z. B. der bekannte Redner Ciceroausführlich Markus Tullius Cicero.

Unter den Deutschen gab es in der altgermanischen Zeit,als die wirtschaftlichen Zustände noch unentwickelt waren, bloßeinfache Namen, wie Hermann, Hagen, Karl. Die Familien-namen entstanden bei uns erst im 12., 13. und 14. Jahrhundert,als das deutsche Leben auf allen Gebieten einen mächtigenAufschwung nahm und die Städte sich mit einer fleißigen, geschäfts-und gewerbsfreudigen Bevölkerung füllten.

Etwas anderes ist der unmittelbare Anlaß, die Art undWeise ihrer Entstehung. In jener Zeit, um die es sich hierhandelt, waren die Häuser der Städte noch nicht numeriert; wohlaber führten einzelne Häuser, wie noch jetzt die Wirtshäuser undApotheken, zu ihrer Unterscheidung besondere Abzeichen, die meistaus dem Tier- oder Pflanzenreiche entlehnt waren. Es lag nunsehr nahe, die Familie nach dem Abzeichen des von ihr be-wohnten und besessenen Hauses zu benennen. Auf dieseWeise entstanden Familiennamen wie z. B. Löwe, Bär, Fuchs,Falke, Geier, Habicht, Gans, Gerste, Rautenkranz usw.

Ebenso nahe lag es, die Familie nach ihrem Gewerbe zubenennen, zumal da in jener zünftigen Zeit der Sohn das Geschäftseines Vaters ergriff und fortführte. Das erklärt auch, warumdie Namen der Hauptbeschäftigungen sehr häufig sind, vor allemNamen wie: Becker, Fleischer, Metzger, Metzner/) Müller, Maurer,Schmidt, Bauer, Schuster und Schutzmann, Brotbeck, Schneider,Seiler, Scherer und Schär, Scherr, Glaser, Gärtner u. dergl. m.Hiermit hangen die von einem Amte entlehnten Namen zusammen,denen wir in den Familienbenennungen Richter, Graf, Gräfe,Reiter, Meier, Keller, Schulze, Vogt, Schöppe, Ratgeber u. a.begegnen.

') der die Mahlnietze ('/,« Scheffel) nehmende Mühlknappe.