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74. Rede zu Ehren der Schweizer im Auslande.
An diesem festlichen Abend'), wo die Erlebnisse der letztenMonate ernst und heiter an unsern Seelen vorüberziehen und wirscheidend noch vor diesem und jenem stille stehen, möchte ich Sieauf Augenblicke vor einem Bilde festhalten, das unstreitig zu demSchönsten gehört, was die verflossenen Tage uns gebracht haben.
Der Schweizer in der Fremde — ihrer und ihrerrühmlichen Treue gegen das Vaterland möchte ich ge-denken mit wenigen Worten.
Die Schweiz hat der Söhne viele zerstreut in allen Ländern:Jünglinge, den Künsten und Wissenschaften obliegend, andere, all-seitige Kenntnisse und vollkommenern Betrieb ihres Gewerbes suchend,andere, auf fernen Handelsstationen sich in des Großhandels Ge-heimniffe einweihend und Gebräuche und Bedürfnisse fremderVölker beobachtend, andere, in freiem Wanderleben die Welt undihr Treiben sich ansehend, Männer im Waffendienst, Männer deskleinen Marktes, Männer des Großhandels, Männer in der Werk-stätte und Männer an der Spitze festgewurzelter, mächtiger Ge-schäfte, Männer, teilweise schon seit vielen Jahren von der Heimatfern und auf fremdem Boden angesiedelt. Aber wenn auch zerstreutdurch alle Weltteile und alle Länder, geht doch verbindend einunterirdisch mächtiges Tau zu jeder Stätte, wo Schweizer wohnen,ein Tau, das nicht reißt, selbst wenn es sich bis China und Japanstrecken müßte. Wenn auch noch so verschieden in ihrem Tun undTreiben und ihrer Stellung und Lage draußen in der Welt, sotönen doch ihre Herzen wunderbar gleich, sobald eine Saite —das Gefühl für die Heimat bei ihnen angeschlagen wird.Wenn auch mitten unter dem Glänze königlicher und kaiserlicher
Adler . das einfache weiße Kreuz im roten Felde ist und bleibt
ihnen doch auf das Herz gebrannt, und sie können es nicht unter-lasseri, es zu grüßen und ihm zuzujauchzen, wo und wann essich zeigt.
') Im Februar 1857. bei einem Festmahle nach Beendigung des Streitesmit Preußen bezüglich Neuenburgs