Band 
Fünfter Teil.
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Sieh, und für heute zum Opfer behalten,

Tief in den Winkel der Zelle gedrückt,

Sitzen zwei jugendlich holde Gestalten,

Festlich zum Märtyrertode geschmückt.

2. Ponticus lehnt sich mit fiebernder WangeFest an Blandinas geschwisterlich Herz,

Nicht vor dem Tod ist dem Jünglinge bange,

Nur vor dem letzten, dem grimmigen Schmerz:

Aber die Herrliche, göttlich erhaben,

Neiget sich über ihn, milden Gesichts,

Tröstet und mahnet den bebenden KnabenFreundlich und ernst wie ein Engel des Lichts.

3. „Laß nicht ein Mägdlein den Jüngling beschämen,Halte dich brav, sei ein tapferer Sohn!

Laß nicht zwei heiße Minuten dich grämen,

Kurz ist der Kampf, überschwenglich der Lohn!

Schau’ nicht zum Staube der Erde hernieder,

Augen und Herze gen Himmel empor!

Heute noch sehn wir dort oben uns wieder,

Palmen in Händen, im seligen Chor!“

4. — Klirrende Riegel, — ein Mann auf der Schwelle, —Draußen verworrenes Stimmengebraus,

Draußen des Tages erschreckende Helle!

Ponticus schreitet gelassen hinaus. —

Pforte geschlossen, das Mädchen alleine,

Wieder umschauert von dämmernder Nacht,

Sinkt in die Knie auf die modrigen Steine:

„Jesu, hilf siegen, bis alles vollbracht!“

5. Über ein kleines der Riegel geht wieder,

Feierlich wandelt Blandina durchs Tor,

Siehet des Jünglings zerrissene Glieder,

Blicket lobpreisend gen Himmel empor,