Band 
Fünfter Teil.
Seite
364
JPEG-Download
 

364

88. Der 6. November 1632.

(Schwedische Sage.)

1. Schwedische Heide, Novembertag,

Der Nebel grau am Boden lag,

Hin über das Steinfeld von DalarnHolpert, stolpert ein Räderkarr’n.

2. Ein Räderkarr’n, beladen mit Korn;

Borns Atterdag zieht an der Deichsel vorn,

Niels Rudbeck' schiebt. Sie zwingen’s nicht,

Das Gestrüpp wird dichter, Niels aber spricht:

3. „Busch-Ginster wächst hier über den Steg,Wir gehn in die Irr’, wir missen den Weg,

Wir haben links und rechts vertauscht, —

Hörst du, wie der Dal-Elf rauscht?“

4. „Das ist nicht der Dal-Elf, der Dal-Elf ist weit,Es rauscht nicht vor uns und nicht zur Seit’,

Es lärmt in Lüften, es klingt wie Trab,

Wie Reiter wogt es auf und ab.

5. Es ist wie Schlacht, die herwärts dringt,

Wie Kirchenlied es dazwischen klingt,

Ich hör’ in der Rosse wieherndem Trott:

.Eine feste Burg ist unser Gott! 1 “

6. Und kaum gesprochen, da Lärmen und Schrei’n,In tiefen Geschwadern bricht es herein,

Es brausen und dröhnen Luft und Erd’,

Vorauf ein Reiter auf weißem Pferd.

7. Signale, Schüsse, Rossegestampf,

Der Nebel wird schwarz wie Pulverdampf,

Wie wilde Jagd, so fliegt es vorbei; —

Zitternd ducken sich die zwei.

8. Nun ist es vorüber... da wieder mit MachtRückwärts wogt die Reiterschlacht,