Band 
Fünfter Teil.
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Das glänzende Papier erlesen,

Darin ich las, ein dichterliches Buch;

So ließ den Band ich aufgeschlagenUnd sah erstaunt dem Sterben zu,

Wie langsam, langsam, ohne KlagenDas Tierlein kam zu seiner Buh'!

Drei Tage ging es müd’ und mattUmher auf dem Papiere;

Die Flügelein von Seide fein,

Sie glänzten alle viere.

Am vierten Tage stand es stillGerade auf dem Wörtlein „will!“

Gar tapfer stand’s auf selbem Raum,

Hob je ein Füßchen wie im Traum;

Am fünften Tage legt’ es sich,

Doch noch am sechsten regt’ es sich,

Am siebten endlich siegt’ der Tod,

Da war zu Ende seine Not. (Gottfried Keller.)

93. Wegwarte.

1. Mit nackten Füßchen am Wegesrand,

Die Augen still ins Weite gewandt,

Saht ihr bei Ginster und HeideDas Mädchen im blauen Kleide?

2. „Das Glück kommt nicht in mein armes Haus,Drum stell’ ich mich hier an den Weg heraus;

Und kommt es zu Pferde, zu Fuße,

Ich tret’ ihm entgegen mit Gruße.“

3. Es ziehen der Wanderer mancherleiZu Pferd, zu Fuß, zu Wagen vorbei.

„Habt ihr das Glück nicht gesehen ? “

Die lassen sie lachend stehen.