Band 
Fünfter Teil.
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95. Zwei Wünsche.

1. Den Bergespfad mit ihrer LastErklimmt die Maid; nun hält sie Rast.

Sie schaut den sausenden Wagen im Tal:

„Wer so fahren dürft’, nur ein einzig’ Mal!“

2. Im Wagen lehnt die bleiche Frau:

„0, wer die wonnige BlütenauDurchwandern dürfte im Frühlingsstrahl

So jung und so froh, noch ein einzig’ Mal!“

(A. Nicolai [1805-1872].)

96. Das Mädchen aus der Fremde.

1. In einem Tal bei armen HirtenErschien mit jedem jungen Jahr,

Sobald die ersten Lerchen schwirrten,

Ein Mädchen, schön und wunderbar.

2. Sie war nicht in dem Tal geboren,

Man wußte nicht, woher sie kam,

Doch schnell war ihre Spur verloren,

Sobald das Mädchen Abschied nahm.

3. Beseligend war ihre Nähe,

Und alle Herzen wurden weit,

Doch eine Würde, eine HöheEntfernte die Vertraulichkeit.

4. Sie brachte Blumen mit und Früchte,

Gereift auf einer andern Flur,

In einem andern Sonnenlichte,

In einer glücklichern Natur.

5. Und teilte jedem eine Gabe,

Dem Früchte, jenem Blumen aus,

Der Jüngling und der Greis am Stäbe,

Ein jeder ging beschenkt nach Haus.