Band 
Fünfter Teil.
Seite
389
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Nahm den Ring der Mutter darauf und verlobte die Kinder;Sprach: „Noch einmal sei der goldenen Reifen Bestimmung,

Fest ein Band zu knüpfen, das völlig gleiche dem alten.

Dieser Jüngling ist tief von der Liebe zum Mädchen durch-drungen,

5 Und das Mädchen gesteht, daß auch ihr der Jüngling erwünscht ist.Also verlob' ich euch hier und fegn' euch künftigen Zeiten,

Mit dem Willen der Eltern und mit dem Zeugnis des Freundes."

Aber der Bräutigam sprach mit edler, männlicher Rührung:>,Desto fester sei bei der allgemeinen Erschütt'rung,

10 Dorothea, der Bund! Wir wollen halten und dauern.

Fest uns halten und fest der schönen Güter Besitztum.

Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend

gesinnt ist.

Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter;j Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt') sich.° Nicht dem Deutschen geziemt es, die fürchterliche BewegungFortzuleiten und auch zu wanken hierhin und dorthin.

Dieses ist unser! So^) laß uns sagen und so es behaupten!Denn es werden noch stets die entschlossenen Völker gepriesen.Die für Gott und Gesetz, für Eltern, Weiber und Kinder20 Stritten und gegen den Feind zusammenstehend erlagen.

Du bist mein, und nun ist das Meine meiner als jemals.

Nicht mit Kummer will ich's bewahren und sorgend genießen,Sondern mit Mut und Kraft. Und drohen diesmal die FeindeDder künftig, so rüste mich selbst und reiche die Waffen.

' ü Weiß ich durch dich nur versorgt das Haus und die liebenden

Eltern,

O, so stellt sich die Brust dem Feinde sicher entgegen.

Und gedächte jeder wie ich, so stünde die Macht ausGegen die Macht, und wir erfreuten uns alle des Friedens."

(Wolfgang ». Goethe )

') Hier die äußern Umstände.

-j Was wir um uns her fehen, Haus und Hof. Vaterstadt und Vaterland.*) Mit dem sichern Gefühl des Besitzes.