Band 
Fünfter Teil.
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Sprach der trotz’ge Hagen: „Der Wunsch ist nichtig nur,Hocherlauchte Fürstin, da ich fest beschwur,

Den Hort nicht zu zeigen, so lang am Leben sindMeine hohen Herren. So lang erfährt's kein Menschenkind.“

Die Fürstin sprach: „Ich will es, daß dies ein Ende nimmt!“Den Bruder zu ermorden gebot sie da ergrimmt.

Sie schlugen ihm das Haupt ab: sie trug es hin beim HaarVor den Tronjer Helden. Da ward sein Weh ihm offenbar.

Als er nun in Wehmut das Haupt des Herren sah,Wider Kriemhilden sprach der Recke da:

„Wie du gewollt, so ist’s nun vollbracht und geschehn:Ganz so ist’s ergangen, wie ich es längst vorausgesehn.

*

So ist nun von Burgunden der edle König tot,

Und Giselher der junge, und auch Gerenot.

Den Schatz weiß nun niemand als Gott allein und ich;Der bleibt dir Hollenweibe nun verhohlen ewiglich.“

Sie sprach: „Üble Zahlung gebt Ihr mir zu Ffand:

Doch Siegfrieds Schwert verwahrt noch sicher meine Hand.Das trug mein Trautgeliebter, da ich zuletzt ihn sah,

An dem zu ew’gem Leide mir bittres Herzensweh geschah.“

Sie zog es aus der Scheide. Zu Hilfe keiner kam,

Als sie ergrimmt dem Helden da das Leben nahm.

Sie hub das Schwert und schlug ihm ab das Haupt in Wut.König Etzel sah es: da ward ihm leid und weh zu Mut.

„Zur Hilfe!“ (rief der König): „Wie sinkt nun in den SandDer allerbeste Degen von eines Weibes Hand,

Der je trug den Schildrand und stürmt’ in Kriegsgefahr!Das tut mir bitter wehe, wie sehr ich ihm auch feindlich war.“

Sprach Hildebrand der alte: „Ich denk’, es schafft ihr Weh,Da sie ihn frech erschlagen. Was mir drum gescheh’,Wenn er auch selbst mich brachte in Drangsal und Not,Dennoch rächen will ich’s, daß der kühne Tronjer tot.“