Band 
Fünfter Teil.
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Der Herold prüfte nörgelnd seinen Namenszug,

Ein Punkt schien ihm zu viel, ein Tüpschen nicht genug.

2. Ein Höfling, der im Hof begeistert Wäsche wusch,

Spie nach dem Helm und spuckte vor dem Federbusch.

Die Sachverständigen, laut alten Pergamenten,

Verlangten statt des stolzen Doppeladlers Enten.

Ein jeder blies sich auf zum Richter und zum Meister,

Und Stund' um Stunde ward der schnöde Haufe dreister.

3. Ein Edler mag sich nicht mit feigem Volk befassen;

Der Ritter trat abseits und wartete gelassen.

Nachdem er ihnen kurz den Riicken zugekehrt.

Zog er von ungefähr zum Spiel sein blankes Schwert.

Sein Herz war mutig, sein Gedanke frisch und jung,

Drum wog er's blitzend in der Faust mit lustigem Schwung.

4. Plötzlich vom Söller schrie Karolus: „Ei, ihr SchranzenWie wird mein Stock auf euern feigen Buckeln tanzen!

Wollt ihr wohl gleich mit Harfenspiel und TrommelrührenDen Karolinger festlich durch das Haupttor führen?

Hufnasen, die ihr seid! Hier braucht's nicht Wappenzeichen.Ich seh's am Handgelenk: der Mann ist meinesgleichen."

(Karl Spitteler.)

103. Die Kaiserwahl.

(8. September 1024.)

Der fromme Kaiser Heinrich war gestorben,

Des sächsischen Geschlechtes letzter Zweig,

Das glorreich ein Jahrhundert lang geherrscht.

Als nun die Botschaft in das Reich erging,

Da fuhr ein reger Geist in alles Volk:

Ein neu Weltalter schien heraufzuziehn,

Da lebte jeder längst entschlafne WunschUnd jede längst erlosch’ne Hoffnung auf.

Kein Wunder jetzo, wenn ein deutscher Mann,

Dem sonst so Hohes nie zu Hirne stieg,

Sich, heimlich forschend, mit den Blicken maß: