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6. Erschlagen lag unten Winidumar,
Es erlag der wilde Falke dem Aar:
Seinem Lose kann keiner entrinnen ...
Umstellt ist der Berg, mit gierigem BlickSpäht der Römer hinauf nach den Zinnen:
Auf dem römischen Markt bezahlen sie gutDas frische, junge keltische Blut;
Drum will er beide sie fangen,
Das liebliche Kind mit den SpangenUnd den wilden, trotzigen Rangen.
7. Da sprach zum Schwesterlein Noreswan:
„In der Römerstadt, auf dem sandigen Plan,
Sollt’ ich als Schwertknecht fechten?
Sollt’ ich knirschend schau’n,
Wie Gyptis als Magd den Römerfrau’nDas dunkle Haar muß flechten?
Gyptis, wir zwei, wir bleiben frei,
Uns soll der Römer nicht knechten!“
8. Er umschlingt geschwindMit dem Arm das Kind,
Das bot zum Kuß ihm die Lippe ...
Ein gewaltiger Schwung,
Ein Todessprung! ...
. Sie stürzen von Klippe zu Klippe ..
Die zarten Leiber zerschellen ...
Sie spielen nimmer im grünen Klee,
Mitleidig bedeckt sie der tiefe See
Mit blauen kräuselnden Wellen. (Alfred Hartmaan.)
102. Karolus und der Karolinger.
1. Kaiser Karolus gab ein glänzendes Turnier.
Ein Ritter nahte mit geschlossenem Visier.
Sofort geschah um ihn von Pfaffen und von LaffenEin überleg'nes Grinsen und verächtlich Gaffen.